Thomas Weber (28) gilt soziologisch gesprochen als „Bildungsaufsteiger“. Er fühlte sich von den Lehrern abgestempelt und übersehen – und entwickelte Kampfgeist. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Auf der Hauptschule wurde Thomas Weber von einem Realschulwechsel abgeraten – heute hat er ein Studium abgeschlossen und unterrichtet selbst. Über den steinigen Weg, im deutschen Bildungssystem aufzusteigen, und warum das so vielen jungen Menschen aus gesellschaftlich benachteiligten Familien nicht gelingt.

Stuttgart - Thomas Weber ist in einer Sozialbausiedlung in Nürtingen aufgewachsen. Mit seinem älteren Bruder teilte er sich ein Zehn-Quadratmeter-Zimmer in der Wohnung der Eltern. An seinem Fenster fuhr regelmäßig die Polizei vorbei. „Viele meiner Freunde waren kleinkriminell“, erinnert er sich heute. Wohlgefühlt habe er sich trotzdem. „Viele Kinder hatten ähnliche Probleme wie ich. Da fühlte ich mich zugehörig.“ Thomas Weber ist Russlanddeutscher. Anfang der 1990er Jahre emigrieren seine Eltern aus der ehe­maligen Sowjetunion nach Deutschland. Doch die Familie gerät schnell ins Straucheln. Sein Vater wird alkoholabhängig und spricht nur schlecht Deutsch. Die Mutter bezieht aufgrund einer psychischen Erkrankung Frührente und muss sich häufig stationär behandeln lassen.

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