Der Sportdirektor des Deutschen Ski-Verbandes (DSV): Horst Hüttel. Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Während die Männer bei der Skiflug-WM um Titel kämpfen, warten die Springerinnen noch auf ein Highlight wie dieses. DSV-Sportdirektor Hüttel hat konkrete Ideen für eine Skiflug-Zukunft der Frauen.

Bad Mitterndorf - Um die Gleichberechtigung im Skispringen und eine mögliche Skiflug-WM für Frauen voranzutreiben, plädiert Sportdirektor Horst Hüttel vom Deutschen Skiverband für mehr Praxiserfahrung. "Ein Ansatz wäre, die Anzahl der Wettkämpfe auf Großschanzen zu erhöhen. Dann lernen die Damen auch mehr und mehr, mit den Kräften umzugehen", sagte Hüttel dem Nachrichtenportal "t-online.de". 

Während die Männer in ihrer Weltcup-Saison häufig auf Großschanzen springen, ist dies bei den Frauen nur selten der Fall. Im vergangenen Jahr durften sich im norwegischen Vikersund erstmals die besten 15 Athletinnen der Raw-Air-Wertung im Skifliegen messen. "Die Premiere in Vikersund hat gut funktioniert. Es ist schade, dass es nach der Ein-Tages-Veranstaltung nicht weitergeführt wurde", so Hüttel. In diesem Jahr dürfen Ende März 20 Athletinnen zum Skifliegen. Ein "erster Schritt", wie der 55-Jährige betonte.

Der Sportdirektor sieht gleichzeitig aber auch ein Leistungsgefälle bei den Frauen. "Ich glaube nicht, dass die fünfzigste Athletin derzeit in der Lage ist, gut Ski zu fliegen. Man muss dies aus der Verantwortung den Athletinnen gegenüber auch realistisch einschätzen", sagte Hüttel. Für ihn vorstellbar wäre daher ein speziell zugeschnittenes Reglement, das etwa das Weltcup-Feld der Frauen beim Skifliegen auf 15 oder 20 Athletinnen reduziert.