Die Oberstufen-Theater AG des Goldberg-Gymnasiums Sindelfingen spielt derzeit „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt.
Nach der erfolgreichen Premiere am vergangenen Wochenende spielt die Oberstufen-Theater AG des Goldberg-Gymnasiums Sindelfingen (GGS) noch zweimal das Stück „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt – und zwar am Donnerstag, 20. November, und am Samstag, 22. November, jeweils um 19 Uhr, in der Schulaula.
Die Geschichte einer Milliardärin, die in ihre verarmte Heimatstadt Güllen zurückkehrt, um sich an ihrem ehemaligen Liebhaber zu rächen und seinen Tod fordert, ist einerseits moralisch brisant, andererseits voller schwarzem Humor und absurder Übersteigerungen. Dürrenmatt lässt die Zuschauer zugleich lachen und erschrecken – ein zentrales Merkmal seiner Dramatik.
Wie in vielen seiner Werke nutzt Dürrenmatt auch hier die Form der Parabel. „Der Besuch der alten Dame“ (Original von 1956) ist keine realistische Geschichte, sondern ein Gleichnis über die Käuflichkeit der Moral und die Macht des Geldes. Die Figuren und Situationen sind bewusst überzeichnet und grotesk gestaltet, um gesellschaftliche Wahrheiten sichtbar zu machen. Die verarmte Stadt Güllen steht symbolisch für eine Welt, in der Werte nur noch dann gelten, solange sie sich wirtschaftlich lohnen.
Die 30-köpfige Crew der Oberstufen Theater-AG des GGS begann im vergangenen Schuljahr mit der Arbeit am Stück, diskutierte Modernisierungsmöglichkeiten, entschied sich für die Aufteilung der Protagonistin in ihr jugendliches und ihr altes Ego, verglich Drama und Film, besprach gemeinsam ein Bühnenkonzept, das zum einen dem verarmten Güllen aber auch Dürrenmatts Stil des Grotesken gerecht werden sollte und begann nach den Osterfeiern mit den Szenenproben.