So voll soll es 2025 wieder werden: „Fat Cat“ bei ihrem Auftritt auf der Marktplatzbühne vor zwei Jahren. Foto: Gottfried Stoppel

Bei der Musik will die „Schorndorfer Woche“ weg von Blasmusik und Volksfest-Charakter. Doch womöglich stehen bei der großen Sause in den nächsten Jahren gravierendere Einschnitte an.

Wenn es um die Stadtfinanzen geht, dürfte in Schorndorf eigentlich keine Feierlaune herrschen. Den vom Rathaus vorgelegten Haushaltsentwurf hat das Stuttgarter Regierungspräsidium der Kommune nämlich jüngst buchstäblich um die Ohren gehauen. Dass die Daimlerstadt nicht nur von der Hand in den Mund leben, sondern vor allem mit Geld von der Bank wirtschaften will, stieß der Aufsichtsbehörde bei der Kontrolle der Zahlen so sauer auf, dass drastische Auflagen verfügt worden sind.

Bei den geplanten Krediten müssen gleich 20 Millionen Euro gestrichen werden. Und auch im laufenden Betrieb soll statt der Spendierhose dauerhaft der Rotstift regieren – auf 6 Millionen Euro summiert sich der Betrag, den Schorndorf sich aus den Rippen schwitzen muss. Spötter witzeln deshalb schon, dass Oberbürgermeister Bernd Hornikel an diesem Freitag wohl mit besonders großer Wucht auf den Zapfhahn schlagen wird – und den auf 18 Uhr angesetzten Fassanstich für die SchoWo auch zum persönlichen Frustabbau nutzt.

Alle sind gespannt auf den Fassanstich des Schorndorfer OB Hornikel. Foto: Julian Rettig

Schowo könnte im kommenden Jahr anders aussehen

Denn Folgen könnte der Sparzwang im Rathaus der fast schon chronisch finanzschwachen Kommune auch für das große Schorndorfer Stadtfest haben – wenn nicht in diesem Jahr, dann möglicherweise 2026. Beim Sommerempfang der Stadt hat der Rathauschef jüngst schon vorgewarnt, dass Schorndorfs große Sause künftig vielleicht anders aussehen müsse. Bisher wird fünf Tage lang gefeiert, mit einem Musikprogramm auf zwei Bühnen, Kinderangeboten und Oldtimer-Schau, zigtausenden Besuchern und einer Stadt im Ausnahmezustand. Künftig könnte schon das Sicherheitskonzept zum finanziellen Kraftakt werden.

Auf der Streichliste allerdings steht die SchoWo nicht. „Es geht nicht um das Ob, sondern um das Wie“, sagt Bernd Hornikel zur finanziellen Zukunftsmusik. Jetzt aber soll, während im Rathaus bereits eine Sparkommission in den Startlöchern steht, erst mal die 55. Auflage des Mega-Events über die Bühne gehen.

Das von eingefleischten Fans im vergangenen Jahr schon schwer vermisste Hofbräu-Regiment ist erneut nicht am Start. Foto: privat

Schorndorf feiert die Schowo von Freitag an

Gefeiert wird in Schorndorf wieder fünf Tage lang bis Dienstag, 22. Juli. Auf den Bühnen auf dem Marktplatz und dem Rosenplatz spielen zehn Bands auf – von Party-Krachern bis zur Blasmusik ist das musikalische Programm bunt gemixt. Das von eingefleischten Fans im vergangenen Jahr schwer vermisste Hofbräu-Regiment ist erneut nicht am Start. Die SchoWo will moderner, bunter und mit sieben neuen Bands auch jünger werden – und weg vom Volksfest-Charakter.

Los geht es am Freitag nach Festumzug und Fassanstich auf dem Rosenplatz um 19 Uhr mit der Tanz- und Showband „Safir“ und um 20 Uhr mit Partymusik von „Jenny and the Gang“ auf dem Marktplatz. In der Künkelin-Halle findet in bewährter Tradition parallel zur Stimmungs-Mucke um 20 Uhr das Sinfoniekonzert der Jugendmusikschule statt.

Die Tanz- und Showband Safir zeigt auch ihr Können. Foto: Archiv/Patrick Steinle

Das Schowo-Programm am Wochenende

Samstag auf dem Marktplatz:

  • von 11 Uhr an spielt die MPG-Bigband
  • ab 13 Uhr steht Bingo auf dem Programm
  • abends von 19.30 Uhr an die Band „Shades of Soul“

Samstag auf dem Rosenplatz:

  • 12.30 Uhr spielt das Jugendblasorchester der Stadtkapelle
  • Jugendprogramm
  • ab 19 Uhr rockige Partymusik der „JB Band“

Sonntag auf dem Marktplatz:

  • 10 Uhr Schowo-Gottesdienst
  • Von 11.30 bis 14 Uhr spielt das Große Blasorchester
  • im Anschluss geht es mit „Charivari“ wieder in Richtung Party

Sonntag auf dem Rosenplatz:

  • 10 Uhr Kinder-Gottesdienst
  • ab 12 Uhr Frühschoppen mit dem Musikverein „Frisch Auf“
  • ab 14 Uhr Familien-Programm
  • 17 Uhr: Nachwuchskünstler der Jugendmusikschule „Julia & the boys“
  • ab 19.30 Uhr Cover-Rock-Hymnen von „Anymen“ aus Tschechien

Regional geht es am SchoWo-Montag zu: Die „Flippmanns“ kommen von den Fildern und haben beim Schorndorfer Publikum bei der Winterausgabe von „Kultur am See“ einen so guten Eindruck hinterlassen, dass sie jetzt auch fürs Stadtfest engagiert wurden. Aus dem Filstal kommt die elfköpfige Band „Clap’s Tool“, ein Freundeskreis, der seit elf Jahren zusammen Musik macht. Beim Programm am Dienstag sind Gute-Laune-Auftritte der Reggae-Truppe „James Torto and Friends“ und der Band „La Diri“ geplant.

Gute Laune vorprogrammiert: Die Band La Diri ist bei der Schowo dabei. Foto: privat/Veranstalter

Für Senioren gibt es bei der Schowo nicht mehr nur Blasmusik

Ein neues Konzept gibt es auch für den Seniorennachmittag am Dienstag: Da die Zielgruppe mit Rockmusik und Beatles-Hits groß geworden ist, war das bisher stark auf traditionelle Blasmusik ausgelegte Programm aus Sicht der SchoWo-Macher nicht mehr stimmig. Ersatzweise legen jetzt zwei Discjockeys alte und neue Schlager auf – und ermitteln in einer Top-50-Hitparade auch den „Schorndorfer Seniorenhit“. Vor Ort können auch Liedwünsche und Grüße abgegeben werden. Wer sich bei Blechbläsern musikalisch besser aufgehoben fühlt, kann auf den Rosenplatz wechseln – dort tritt zeitgleich der „Original Karpaten Express“auf.

Ansonsten gibt es wieder das SchoWo-Bähnchen mir Rundfahrten durch die Stadt, den Party-Hotspot in der Höllgasse, Open-Air-Yoga, ein Schnellschach-Turnier und Bingo-Spiele mit attraktiven Gewinnen. Für Kinder wird unter anderem der Adventure-Park in der Neuen Straße und eine Kinderolympiade am Montag aufgebaut. In der Künkelinhalle findet am SchoWo-Sonntag der mittlerweile 32. Kunst- und Hobbymarkt statt. Erstmals ist auf dem Stadtfest übrigens auch bargeldloses Feiern möglich – dank eines eigenen Wlan-Netzes bieten die Bewirtungsstände die Bezahlung mit EC-Karte an. Im Internet sind Details zum Programm unter https://schowo.de/ zu finden.