Die Johann-Bruecker-Grundschule in Schönaich hat einen Erweiterungsbau bekommen. Allerdings wird die angedachte Mensa nicht gebaut. Das hat nicht nur Spargründe.
Die Gemeinde Schönaich macht sich bereit für den Beginn der Ganztagsbetreuung: In dieser Woche wurde der Erweiterungsbau der Johann-Bruecker-Grundschule eingeweiht. Damit gibt es nun zwei neue Klassenräume in der Schule, bis Ende 2026 sollen noch weitere dazukommen. Die Pläne für eine neue Mensa allerdings werden vorerst auf Eis gelegt.
In dem zweigeschossigen Erweiterungsbau gibt es fortan für die Schülerinnen und Schüler einen Fachraum für Kunst und Werken sowie einen Raum, der für die Vorbereitungsklasse und Sprachförderung eingerichtet wurde. Der Anbau befindet sich im Süd-West-Bereich des Gebäudes mit direktem Zugang zum Schulhof. Auch im Hauptgebäude der Schule wurde in diesem Zuge der Spielbereich im Erdgeschoss erneuert. Dort stehen den Kindern nun eine Kletterwand und eine Rutsche sowie viel Platz zum Toben zur Verfügung – für eine aktive Pause sozusagen.
Die Krippe zieht voraussichtlich in den Osterferien um
In einem ersten Bauabschnitt, der dem Anbau voranging, wurden zusätzlich drei Klassenräume im Bestandsgebäude saniert: Heizung, Trennwände, Böden und Decken wurden erneuert. Abgeschlossen sind die Bauarbeiten jedoch noch nicht: Die Krippenräume, die sich in der Johann-Bruecker-Grundschule befinden, sollen ebenfalls in Zukunft für die Ganztagsbetreuung genutzt werden.
„Wir rechnen in den nächsten Jahren nicht mit einer dauerhaften Fünfzügigkeit.“
Anna Walther, Bürgermeisterin Schönaichs
Momentan ist geplant, dass die Krippe in den Osterferien in die sanierten Räume im Finkenweg umzieht. Bis Ende 2026 stehen dann auch diese Räume in der Johann-Bruecker-Schule für Grundschüler bereit. Mit diesem Schritt sei die bauliche Grundlage für eine verlässliche Ganztagsbetreuung an der Schule vollständig geschaffen, sagt Bürgermeisterin Anna Walther bei der Einweihung des Erweiterungsbaus.
Die ursprünglich geplante Mensa soll allerdings nicht umgesetzt werden, die Grundschüler sollen auch weiterhin die Mensa der Realschule nutzen. Grund dafür seien die niedrigen Geburtenzahlen. „Wir rechnen in den nächsten Jahren nicht mit einer dauerhaften Fünfzügigkeit“, sagt Bürgermeisterin Anna Walther. Momentan seien nur die Stufen zwei und drei an der Schule fünfzügig.
Die Gemeinde Schönaich spart mit dem Verzicht auf die Mensa Geld
Der Verzicht auf die Mensa hat auch finanzielle Vorteile für die Gemeinde: Momentan belaufen sich die Gesamtkosten des Bauvorhabens auf 1,7 Millionen Euro, wovon nach Abzug der Fördermittel rund eine Million von der Kommune selbst zu stemmen ist. Würde die Mensa umgesetzt werden, würden sich diese Kosten auf drei Millionen belaufen. Auch mit dem möglichen Zuzug von jungen Familien durch die Entwicklung des Honeywell-Areals, sieht die Bürgermeisterin die Gemeinde gut aufgestellt. „Wir planen nicht nach Wunschbildern, sondern nach realen Bedarfen“, sagt sie.
Diese Entscheidung wird auch untermauert durch die Zahlen, die die Gemeinde im Kindergartenbereich sammelt. Es werden weniger Kinder – in Schönaich soll es schon in diesem Jahr mehr als 60 freie Kitaplätze geben, im kommenden Jahr noch mehr. Vor diesem Hintergrund sei der Verzicht tatsächlich keine reine Sparmaßnahme, sondern orientiere sich an den Realitäten.