Am Festwochenende rund um den Schmidener Sommer feiern Sportler, Kinder, Kelten, Mönche und alle, die sonst noch wollten, einen fröhlichen Jubiläumsgeburtstag.
Sabine Hoffmeister bringt es auf den Punkt: „Unser Ortsteil ist alt, trotzdem sind wir ein kunterbunter, lebendiger Haufen.“ Eben das sei der Grund, warum das 800-Jahr-Jubiläum des früheren Dorfes Schmiden auch passend gefeiert werde, nämlich mit einem farbenfrohen und abwechslungsreichen Programm, sagt die 48-Jährige.
Als stellvertretende Vorsitzende des Gewerbevereins Schmiden-Oeffingen war die Freie Architektin, die ihr Büro – wie könnte es anders sein – natürlich in Schmiden hat ganz vorne mit dabei bei den aufwendigen Vorbereitungen für den 800-Jahr-Geburtstag, der mal eben an den traditionsreichen Schmidener Sommer angedockt wurden. „Wir haben extra eine eigene Arbeitsgruppe gegründet, aber es war natürlich trotzdem gut zu tun“, sagt Sabine Hoffmeister und betont das gute Miteinander bei den diversen Treffen und Besprechungen. Jeder helfe und mache, wo und was er könne. „So macht das Spaß. Auch die Landwirte machen mit.“
Volles Programm beim Schmidener Sommer
Kein Wunder also, dass das Gesamtpaket der Feierlichkeiten, das bereits am Donnerstag startete, ziemlich umfassend ist und wohl für alle Feiernden das Richtige bereithält. Ob Vortrag, Schauvorführungen, Festakt, Kinder- und Sportdarbietungen, Historischem, verkaufsoffenem Sonntag – die Festtage waren vollgestopft und ein Highlight wurde direkt vom nächsten abgelöst.
Beim Festakt stellen sich ganz besondere Personen vor – historische Figuren in passenden Gewändern erklären wer sie sind und nehmen das Publikum mit auf eine Zeitreise. Mit dabei sind nicht nur bekannte Figuren der Ortsgeschichte, sondern auch Menschen aus dem Alltagsleben früherer Jahrhunderte. Sie alle verkörpern ein Stück Schmiden – von der keltischen Siedlerin um 130 vor Christus, einem Mönch und einem Theologen bis hin zum Schmied aus dem frühen 20. Jahrhundert.
Historische Figuren bei der 800-Jahr-Feier in Schmiden
Ihre Geschichten beruhen auf verbürgten Quellen und vermitteln ein authentisches Bild vom Leben, Arbeiten und Glauben in Schmiden durch die Jahrhunderte. Da hieß es beispielsweise: „Ich bin eine Keltin. Ich lebte vor über 2100 Jahren hier in Schmiden. Wir haben uns selten von Fleisch, sondern eher von Getreide und Gemüsen ernährt. Dies machen heute auch wieder viele, allerdings aus anderen Gründen.“
Dabei tragen die historischen Persönlichkeiten liebevoll gestaltete Gewänder. „Die machen das Ganze lebendig. Das war eine tolle Idee und ist sehr gelungen“, sagt Rathaussprecherin Sabine Laartz. Die historischen Figuren seien nicht nur auf der Bühne präsent, sie würden sich auch unters Volk mischen. Und das taten sie auch. Immer wieder konnten sie bei einem der Programmpunkte im Gewusel der Besucher gesichtet werden.
Besonders voll wurde es bei bestem Wetter beim verkaufsoffenen Sonntag. Aber auch die Hocketse des Schmidener Sommers oder auch die Vorführungen zogen viel Publikum an. So zeigte beispielsweise die Feuerwehr eine historische Übung. „Wir haben alles breit angelegt. Da findet jeder seine Nische zum Feiern“, sagt Sabine Hoffmeister.
Am Start: die Bilderbuchkinder
Die Bilderbuchkinder Fellbach haben nicht nur das passende Banner gestaltet, sondern gleich eine Performance mitgeliefert. „Sie sind in selbst gebauten Buchstaben-Pappkostümen zum Festplatz gelaufen“, sagt Kerstin Schaefer von der Kunstschule Fellbach. Unterwegs hätten sie laut Werbung gemacht – für sich und für die Feier. Sehr zur Freude von Sabine Hoffmeister. „Der Zusammenhalt in Schmiden ist einfach toll. Alle haben zum 800-Jahr-Jubiläum beigetragen.“