Freddie Mercury liebte schöne Dinge. Foto: Sotheby’s/privat

Er war einer der großen Rockstars. Privat lebte der Queen-Sänger Freddie Mercury in einer anderen Welt. Die kann man nun entdecken – und stückweise kaufen.

Den Bart hätte er sich vermutlich längst abrasiert. So aber wurde der schwarze Schnauzer zu seinem Markenzeichen von Freddie Mercury. Auch bei der Wachsfigur, die bei Madame Tussauds in London ausgestellt wird, fehlt der Schnauzer nicht. Offenbar bürstete der Rockstar ihn regelmäßig, zumindest besaß er einen Schnurrbartkamm von Tiffany – aus Silber. Der Rockstar hatte eine Leidenschaft für elegante und kunstvolle Dinge.

Erstmals kann man die Sammlung nun besichtigen

Das Auktionshaus Sotheby’s lädt zum Ausverkauf: Dreißig Jahre nach dem Tod des Mitbegründers und Sängers von Queen wird dessen Besitz versteigert werden. Zum Auftakt wird in New York eine Wanderausstellung eröffnet mit all den Besitztümern Freddie Mercurys, die dann im September in London unter den Hammer kommen werden. Darunter befinden sich Kunstwerke, edle Stoffe und Glasvasen, aber auch kleine persönlichere Gegenstände.

1500 Objekte stehen zur Wahl

Auf der Bühne machte Freddie Mercury Weltkarriere mit Hits wie „We Are the Champions“ und „Another One Bites the Dust“. Im Privaten mochte er es historisch und bezog 1985 im Londoner Stadtteil Kensington eine Backsteinvilla im georgianischen Stil. Hier lebte er mit all den schönen Dingen, die er im Laufe der Jahre sorgfältig ausgesucht hatte – viktorianische Kunst und Gemälde von Pablo Picasso und Henri Matisse, Uhren, Lampen, Vasen, Figürchen.

Auch handgeschriebene Manuskripte werden versteigert

Unter den rund 1500 Objekten, die versteigert werden, befinden sich auch Dokumente seiner Musikerkarriere – etwa seine Martin-D-35-Akustikgitarre aus dem Jahr 1975 und einige der extravaganten Kostüme, die Mercury so gern auf der Bühne trug. Es werden auch Entwürfe zu seinen Songtexten versteigert, darunter ein handgeschriebenes Manuskript zu „We Are the Champions“. Der Song wurde 1977 als Single veröffentlicht und zusammen mit „We Will Rock You“ sofort ein Erfolg in den Charts.

Einer der Höhepunkte der persönlichen Stücke des Rockstars ist zweifellos die Krone, die Mercury zum Finale von „God Save the Queen“ während seiner letzten Tournee mit Queen im Jahr 1986 trug. Sie wurde von Mercurys Freundin, der Kostümbildnerin Diana Moseley, angefertigt und ist eine Nachbildung der St. Edward’s Crown, mit der Charles kürzlich gekrönt wurde. Mercurys Krone und der dazugehörige Umhang aus Kunstpelz und rotem Samt werden auf 100 000 Dollar geschätzt.

Alles gehört Freundin Mary Austin

Die Gegenstände, die nun versteigert werden sollen, befanden sich mehr als dreißig Jahre lang weitgehend so in Mercurys „Garden Lodge“, wie er sie nach seinem Tod 1991 hinterlassen hatte. Der Rockstar, der sich nie offiziell outete, hatte Aids und starb mit nur 45 Jahren an einer Lungenentzündung. Seinen Besitz vererbte er seiner einstigen Lebensgefährtin und langjährigen Freundin Mary Austin. Die beiden waren in den frühen 1970er Jahren ein Paar und wohnten zu Beginn seiner Karriere in einer Wohnung im Londoner Stadtteil West Kensington.

Mary Austin kümmerte sich um die „wunderbaren Dingen, die Freddie gesucht und geliebt hat“, wie die 72-Jährige sagt. Jetzt aber sei die Zeit gekommen, „dieses ganz besondere Kapitel in meinem Leben abzuschließen“. Austin entschied sich, die Habe aus Mercurys Villa in Kensington zu versteigern, weil das Freddie gefallen hätte, wie sie überzeugt ist. Das sei ganz nach seinem Geschmack gewesen. „Es gab nichts, was er mehr geliebt hätte als eine Auktion.“

Die Ausstellung reist um die Welt

Nach den Stationen in New York, Beverly Hills und Hongkong wird die Sammlung von Freddie Mercury vom 4. August an dann komplett in London gezeigt. Die insgesamt sechs Versteigerungen im September werden voraussichtlich Hunderttausende von Dollar einbringen. Einen Teil des Erlöses will Mary Austin spenden an den Mercury Phoenix Trust und die Elton John Aids Foundation, zwei Projekte, die die Bekämpfung von Aids unterstützen.