Ein Prosit auf den neuen Jahrgang Landkreis-Apfelsaft Foto: Holger Schmidt

Der neue Landkreis-Apfelsaft ist in Böblingen verkostet worden. Rund 130 000 Liter wurden gepresst. Im Vordergrund steht die Vermarktung regional erzeugter Produkte.

Im Böblinger Marktkauf Piston offiziell vorgestellt und vom stellvertretenden Landrat Martin Wuttke und Streuobstprinzessin Nadine Haderer auch gleich verkostet wurde am Donnerstagvormittag der neue Jahrgang des Landkreis-Apfelsafts. Nach qualitativ und preislich guter Ernte wurden rund 130 000 Liter gepresst und machen das heimische Streuobstwiesenprodukt auch im 28. Jahr zum erfolgreichen Dauerbrenner. „Wer regionale Produkte genießt, betreibt aktiven Naturschutz“, so Martin Wuttke und sprach von einer „Win-win-Situation, wie man sie sich nicht besser vorstellen kann“.

Obstwiesen dienen der Artenvielfalt

Denn der unmittelbare Zweck, der Schutz der Streuobstwiesen, ziehe immer anderes nach sich. Im Fall des Landkreis-Apfelsaftes, mittlerweile eine der tragenden Säulen der Regionalmarke „Heimat – Nichts schmeckt näher“, den Erhalt der Artenvielfalt, denn in den Wiesen finden viele Tiere und Pflanzen ihren Lebensraum. Und wo Bienen, Schmetterlinge und viele andere Kleintiere sind, sind auch viele Vogelarten, die sich von ihnen ernähren.

1998 begann die Apfelsaftinitiative Landkreis Böblingen mit 110 Hektar Streuobstwiesen und rund 4700 Bäumen, die man unter Vertrag nahm. Das Ziel: Über ein sogenanntes Aufpreismodell Obstabgabe, Apfelsaft und den Schutz der Wiesen zu verknüpfen. Die Erzeuger erhalten für das Obst einen höheren Preis als marktüblich, den der Verbraucher über den Verkaufspreis mitfinanziert. Im Gegenzug verpflichten sie sich, ihre Streuobstwiesen nachhaltig und ökologisch zu pflegen und damit langfristig zu erhalten.

Aktuell sind es 123 Hektar Streuobstwiesen oder knapp 6000 Bäume, die auf diese Art und Weise unter Schutz stehen. Von den rund 290 Obstbauern, die aktuell beim Landkreis unter Vertrag sind und deren Obst für den Landkreis-Apfelsaft gepresst wird, kamen 2025 insgesamt 170 Tonnen Obst zusammen, die gut 130 000 Liter Apfelsaft ergaben.

Marktinhaber setzt auf regionale Produkte

Ein wichtiger Baustein ist der Vertrieb. Seit vergangenem Jahr hat die Heimat Regionalvermarktung GmbH, eine Tochtergesellschaft des Landkreises Böblingen und der Femos, die Vermarktung der Produkte der Apfelsaftinitiative übernommen. Grundsätzlich sind die Produkte in den CAP-Märkten Herrenberg, Nufringen, Holzgerlingen und Malmsheim, bei Marktkauf, Rewe, Edeka, in Weltläden sowie in gut sortierten Getränkefachmärkten erhältlich.

„Die Produkte passen zu uns“, sagt Helmut Piston, Inhaber des Marktkaufs auf der Böblinger Hulb, der auch sonst auf lokale Erzeugnisse wie Eier und anderes setzt. Geplant ist auf der bestehenden Verkaufsfläche außerdem die Einrichtung eines „Hofladens“ mit Waren von Landwirten aus der näheren Umgebung, der im Spätsommer öffnen soll. „Lokal, regional, das wird unser Erfolg“, ist Piston zusammen mit den Verantwortlichen der Landkreis-Apfelsaft-Initiative überzeugt.