Olaf Scholz bei seiner Rede im Bundestag Foto: AFP/JOHN MACDOUGALL

Deutschland hat der Ukraine gemeinsam mit Partnern erlaubt, westliche Waffen gegen Ziele auf russischem Territorium einzusetzen. Der Kanzler erklärt, warum. Und was für ihn absolute Priorität hat.

Bundeskanzler Olaf Scholz hat den Bürgern versichert, alles zu tun, damit Deutschland nicht in den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine hineingezogen wird - gerade auch nach der Erlaubnis für die Ukraine zum Einsatz deutscher Waffen auf russischem Territorium. „Wir haben uns mit unseren Verbündeten eng abgestimmt, wie wir darauf reagieren. So wie wir das immer machen“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag im Bundestag vor dem Hintergrund des Kurswechsels der Regierung.

Es sei richtig, sich vor solchen weitreichenden Entscheidungen „wieder und wieder und wieder“ mit unseren Partnern und Verbündeten eng abzustimmen, ergänzte Scholz. Die Bürgerinnen und Bürger könnten sich darauf verlassen, „dass wir dabei besonnen handeln. Dass wir alle Risiken genau abwägen“. Er betonte: „Dazu stehe ich als Bundeskanzler, der dem Frieden und der Sicherheit Deutschlands verpflichtet ist.“

Russland habe eine neue Front gegen Charkiw eröffnet

Russland habe eine neue Front gegen die ukrainische Millionenstadt Charkiw nahe der Grenze zu Russland eröffnet, erklärte Scholz. Gemeinsam mit den Partnern habe man bekräftigt, dass die Ukraine das völkerrechtlich verbriefte Recht habe, sich gegen Angriffe auf ihr Territorium, ihre Städte und Bürger zu wehren. Deswegen „kann die Ukraine auch die von uns und unseren Verbündeten gelieferten Waffen einsetzen - immer in Übereinstimmungen mit internationalen rechtlichen Verpflichtungen“, betonte Scholz.

Als Bundeskanzler trage er die Verantwortung dafür, „dass kein Kind, das heute in Deutschland geboren wird, jemals Krieg in unserem Land erleben muss. Das hat für mich absolute Priorität“, versicherte Scholz. Viele Bürger fürchteten, dass der Krieg eskalieren könne und dass Sicherheit und Frieden auch in Deutschland in Gefahr gerieten. „Sich Sorgen zu machen um den Frieden, daran ist nichts Naives oder Anrüchiges, wie es manchmal dargestellt wird“, ergänzte er. 

Kremlchef Wladimir Putin hatte am Vortag mit einer „asymmetrischen Antwort“ gedroht für den Fall, dass russisches Staatsgebiet von der Ukraine mit aus dem Westen gelieferten Waffen angegriffen wird.