Fit unterwegs: der Herr Landrat beim (Stadt- und) Landradeln. Foto: Eibner-Pressefoto/Michael Memmler

Wenn Ü80-Präsidenten die USA regieren wollen, wuppt der Landrat doch locker eine dritte Amtszeit. (Ein Beitrag aus den „Bonbons“, der Humorkolumne dieser Zeitung)

Roland Bernhard will es noch einmal wissen: Im kommenden Jahr will der Kreischef sich zum dritten Mal zum Landrat wählen lassen. 67 Jahre wird er dann alt sein. „Aber er brennt nach wie vor für die Aufgabe“, sagt der SPD-Fraktionschef im Kreistag. Der heißt Thomas Brenner und kennt sich schon aufgrund seines Nachnamens mit allem Brennbaren aus. Nun ist man ja bekanntlich so alt, wie man sich fühlt und wer den Herrn Landrat zuletzt beim Stadt- und Landradeln erlebt hat – beispielsweise bei der Eröffnung des Asphaltradwegs zwischen Aidlingen und Grafenau – der traut dem Mann locker noch weitere acht Jahre in der obersten Schalt-Kreis-Zentrale zu.

Über den Großen Teich

Ganz so lang wird es aber wohl doch nicht gehen. Schließlich ist für Landräte (und Landrätinnen) ein Verfallsdatum von 73 Jahren festgesetzt. Ab diesem Lebensalter schreibt der Gesetzgeber den Ruhestand vor. Heißt für Roland Bernhard: Auch wenn er bis dahin immer noch so fit ist wie jetzt, wäre für ihn nach fünfeinhalb Jahren dennoch Schluss. Manche mögen das reichlich spät finden. Andere schielen über den Großen Teich und verweisen auf einen gewissen Joe Biden, der mit seinen derzeit 80 Jahren eine zweite Amtszeit als US-Präsident anstrebt. Donald Trump, sein wahrscheinlicher Gegenkandidat, ist auch nur dreieinhalb Jahre jünger.

Anders als für Landräte gilt für den mächtigsten Mann der Welt keine gesetzlich geregelte Altersbegrenzung. Ob das so eine gute Idee ist, wird sich wohl ab dem November 2024 zeigen, wenn mutmaßlich einer der Biden – pardon – beiden die Wahl gewinnt und der andere womöglich zum Staatsstreich aufruft, weil er das Wahlergebnis nicht anerkennt. Wäre ja nicht das erste Mal.

Tiefenentspannter „Ländi“

Bei Landrat Roland Bernhard erscheint uns ein solches Szenario doch eher unwahrscheinlich. Und selbst wenn unser tiefenentspannter „Ländi“ vor lauter Klinik-Knatsch, Schlachthof-Scherereien, Hesse-Bahn-Zoff und sonstigem Verdruss mit fortschreitendem Alter sämtliche Sicherungen durchbrennen würden, sehen wir einer möglichen weiteren Amtszeit doch ziemlich gelassen entgegen. Schließlich verfügt der Kreis Böblingen ja noch nicht über eigene Atomwaffen – zumindest so weit wir das wissen.