Die Gebetskreise von Mercedes-Benz und Daimler Truck schließen sich wieder beim Jahrestreffen zusammen – diesmal prominent unterstützt von Kugelstoßerin Yemisi Ogunleye.
Kreuz, Stern und Kugel – unter diesen Zeichen steht das 20. Jahrestreffen der „Christen bei Daimler und Benz“ in Weinstadt-Beutelsbach. Die Kugel wird als Symbol an diesem Samstag neu hinzukommen – dank Yemisi Ogunleye. Die 27-Jährige schrieb im vergangenen Jahr Sportgeschichte, als sie bei den Olympischen Spielen in Paris überraschend die Goldmedaille gewann. Mit genau 20 Metern – und das auch noch im letzten Versuch, dem ein Gebet im Ring vorausgegangen war. Auch danach begeistert Yemisi Ogunleye in Interviews das Publikum – mit einer ungefilterten Lebensfreude, die sich manchmal auch durch spontane Gospel-Einlagen Bahn bricht.
Mitreißendes Glaubensbekenntnis
Diese mitreißende Form des Glaubensbekenntnisses macht Yemisi Ogunleye zum idealen Gast von so ziemlich jeder christlichen Veranstaltung. Das dachte sich auch Helmut Keller, der Gründer von „Christen bei Daimler und Benz“, dem es gelang, Yemisi Ogunleye für das sogenannte „Christentreffen unterm Stern“ zu gewinnen (Beginn 17.30 Uhr). Dort wird die Olympiasiegerin von Keller interviewt, zu dessen Plan es auch gehört, die Tochter deutsch-nigerianischer Eltern zu einer Gesangseinlage zu bewegen.
Auf großes Interesse dürfte im Anschluss auch der Hauptbeitrag von Thomas Alexander Baader stoßen. Der Vortrag des Bosch-Managers trägt den Titel „Zwischen Vorstandsetage und Gebetskreis – eine persönliche Reise zurück zum Glauben“. Dabei rückt eine Familientragödie in den Fokus, nachdem Thomas Baader vor Jahren seine Frau und das ungeborene Kind verloren hatte.
500 Besucherinnen und Besucher erwarten die Veranstalter im Christus-Zentrum von Weinstadt-Beutelsbach im Rems-Murr-Kreis. Dazu kommen rund 400 weitere Personen, die an den Mercedes-Benz- und Daimler-Truck-Standorten weltweit die Einladung per Livestream annehmen werden. Mittlerweile sind es mehr als 50 Gebetskreise und rund 1600 Christen, die unter dem Stern miteinander vernetzt sind. Neu dabei sind Gruppen in Fort Mill (US-Bundesstaat South Carolina) und in Tokio. In der Entstehung befinden sich außerdem Gemeinschaften in der Schweiz (Winterthur) und im südafrikanischen Centurion.
In diesen unsicheren Automobilzeiten scheinen immer mehr Betroffene Sicherheit im Glauben zu suchen. „Auch wenn es sehr pathetisch klingt“, sagt Helmut Keller, „wollen wir – wie in anderen Krisen zuvor – auch in der aktuellen Situation den Beschäftigten zur Seite stehen und Hoffnung schenken sowie um Gottes Eingreifen beten.“
Begonnen hat alles ganz klein, mit Wurzeln in der evangelischen Kirche. Genauer gesagt im Pietismus, in dem Helmut Keller erzogen worden ist. Heute setzt er sich für die Einheit unter Christen ein – gleich, welcher Glaubensrichtung oder Prägung sie angehören. Der promovierte Diplom-Ingenieur arbeitet 1987 in der Waiblinger Versuchsabteilung von Daimler-Benz. Dort trifft er auf drei Kollegen, die ebenfalls auf der Suche nach einer Glaubensnische am Arbeitsplatz sind. So entsteht einer der ersten christlichen Gebetskreis im Konzern, der sich einmal in der Woche während der Mittagspause trifft. „Von Anfang war klar, dass wir eine offene christliche Gemeinschaft sind“, sagt Helmut Keller, der noch nie aktiv missionieren wollte, sondern einen Halt anbieten möchte.
„Gottliebt Daimler“ wird zum Slogan
Von Waiblingen geht es für Keller und seinen sich im Lauf der Zeit vergrößernden Gebetskreis über Esslingen nach Sindelfingen, neben dem Werk Untertürkheim heute so etwas wie das Epizentrum der „Christen bei Daimler und Benz“, die 2006 mit 150 Gläubigen als Netzwerk gegründet werden.
„Ich habe im Konzern als Vertreter dieser Gemeinschaft noch nie schlechte Erfahrungen gemacht“, sagt Keller. „Natürlich ist immer mal wieder ein Grinsen von den Kollegen dabei, wenn man sich einmal die Woche trifft und vor dem Essen betet“, erzählt Keller. Aber das hätte nie etwas Abschätziges. Deshalb wird zurückgegrinst – und gelacht. Schließlich haben die „Christen bei Daimler und Benz“ auch Humor. So entstand aus diesem Kreis vor 14 Jahren für den Mercedes SLS der Werbeslogan „Gottliebt Daimler“.