Krafttraining, digitale Abstinenz, Prioritäten setzen: Einige unserer Redaktionsmitglieder haben sich für 2025 etwas vorgenommen. Was ist daraus geworden?
Unsere Vorsätze für 2025: Wie so viele Menschen sind auch wir ins neue Jahr gestartet mit dem festen Vorsatz, es dieses Jahr wirklich zu schaffen. Was wollten wir alles in Angriff nehmen, mehr Sport treiben, öfter Nein sagen, mit dem Rad zur Arbeit fahren und Programmieren lernen. Schon drei Monate später kämpften einige von uns wieder gegen den übermächtigen Schweinehund, der uns in altbekannte Muster zurück zerrte. Oder hatten mit den gesundheitlichen Nachwehen ihrer Entscheidung, sich mehr zu bewegen, zu tun.
Zum Terminator fehlt noch ein Stück
Das Ziel war folgendes: Als durchtrainiertes, muskulöses Kraftpaket sollte dieses Jahr für mich zu Ende gehen. Mehrere Klimmzüge zu meistern und Protein zu schaufeln, das war mein Vorsatz für dieses Jahr. Bereits im März war allerdings klar, dass daraus wahrscheinlich nichts wird. Mit Disziplin habe ich mich im ersten Quartal 2025 regelmäßig an eine Klimmzugstange gehängt, nur um danach eine Woche außer Gefecht gesetzt zu sein, weil der Nacken und die Schultern offenbar von Klimmzügen so gar nichts hielten (nachvollziehbar).
Das Fazit des Osteopathen: Die Bandscheibe hat sich bewegt und drückt mir regelmäßig auf irgendeinen Nerv (toll!). Nachdem dann auch alltägliche Arbeiten wie Einkäufe schleppen oder am Laptop schreiben zur Tortur wurden, folgte im September ein Strategiewechsel (enttäuschend, aber nur ein gesunder Rücken kann entzücken). Die schweren Gewichte wurden erst einmal eingemottet und auf dem Sportprogramm stand ab sofort: Yin Yoga – also die Art von Yoga, die sich von einem geruhsamen Nickerchen eigentlich kaum unterscheidet (Ohhhhmmmmmm).
Das Fazit des sportlichen Jahres 2025: Vom muskulösen Terminator bin ich zwar weit entfernt aber der Nacken ist so geschmeidig wie noch nie.Melissa Schaich
Andere Prioritäten setzen
Immerhin ein Teil meiner Vorsätze hat sich über das Jahr 2025 erreichen und zur Gewohnheit verfestigen lassen. Ich hatte mir vorgenommen, morgens beim Packen der Vesperbox meines Kindes für die Kita immer gleich auch eine Snackbox für die Arbeit zuzubereiten. Und ich kann mit einigem Stolz sagen, dass das inzwischen keine zusätzliche Anstrengung mehr erfordert. Die Handgriffe sitzen. Als nächstes könnte ich die Wahl des Aufstrichs mal variieren und nicht immer nur dasselbe aufs Brot schmieren. Aber das kann warten.
Leider war ich in anderen Dingen nicht so erfolgreich. Mein Plan, mich öfter aufs Fahrrad zu schwingen und zur Arbeit zu radeln, ist genau ein einziges Mal aufgegangen. Zu ärgerlich war es, jeden Morgen mit dem Junior zu kämpfen, um ihn in den Kindersitz zu bekommen. Und dann sitzt man halt schon wieder im Auto. Wie ein Großteil der guten Vorsätze in aller Welt, war dieser Punkt vielleicht schon von vornherein zum Scheitern verurteilt.
Aber enden wir mit etwas Positivem: Immerhin schaffe ich es mittlerweile einigermaßen zuverlässig, das Handy beim Essen nicht zu beachten. Und auch beim Spielen bleibt es häufiger in der Tasche. So entstehen zwar weniger Schnappschüsse, aber dafür bin ich präsenter in meinem eigenen Leben und in dem meiner Familie. Und darauf kommt es schließlich an.Julia Theermann
Auf in die Fastenzeit
Nach dem guten Vorsatz ist vor dem guten Vorsatz, heißt es bei mir. Denn seit einigen Jahren bereits schaffe ich es, die ersten sieben bis acht Wochen im Jahr ohne Alkohol und ohne Süßigkeiten auszukommen. Das hat (von zwei geplanten Ausnahmen abgesehen) 2025 funktioniert und soll auch 2026 funktionieren. Tatsächlich bereite ich mich mental schon etwas darauf vor. Ab dem Neujahrstag wird es so schnell kein Gläschen Sekt, kein Bier, keinen Schokoriegel und kein Gummibärchen mehr geben. Das sind mittelprächtige Aussichten – aber Jahr für Jahr war das Gefühl danach umso schöner. Also: auf ein Neues!Robert Krülle
Etwas Neues lernen
Tja, was soll ich sagen, außer: Das war wohl nichts. Mit ernst gemeintem Elan bin ich ins neue Jahr gestartet und wollte etwas für mich Neues und Herausforderndes lernen, nämlich Programmieren. Ein Wunsch, der angesichts rasanter Entwicklungen in der Künstlichen Intelligenz fast schon überholt wirkt. Schließlich könnte ich ja ChatGPT sagen, was ich möchte und die KI arbeiten lassen. Aber das gilt natürlich nicht, zumal wohl der ein oder andere Programmierer angesichts einer solchen Lösung nur die Augen verdrehen würde.
Immerhin hat das öffentliche Verkünden und das Nachhaken einer Kollegin dazu geführt, dass ich mich im März hinter meinen Laptop geklemmt habe. Ein bisschen was wollte ich dann doch vorweisen könne. Allerdings blieb es bei diesem Erstversuch. Nur einmal habe ich die Programmiersprache Python genutzt, um meinen Computer „Hello World“ sagen zu lassen. Seither schlummert dieser erste Versuch, gut abgespeichert, auf meinem Laptop.
Die Gründe für mein Scheitern dürften vielen vertraut sein. Ein Job, der eh immer wieder Neues bereit hält, der fehlende Elan am Abend nach einem langen Arbeitstag und Wochenenden, die voll gepackt sind mit Unternehmungen oder an denen ich einfach nur entspannen wollte. Trotzdem, ich bedauere es, dass ich meinen inneren Schweinehund nur einmal überwunden habe. Vielleicht im nächsten Jahr? Wer weiß, ich nehme es mir aber nicht vor.Anke Kumbier
Öfter mal „nein“ sagen
Zugegeben: Es fällt mir immer noch schwer, etwas abzulehnen, das ich eigentlich gar nicht machen will.
Trotzdem würde ich sagen, dass ich in diesem Jahr besser darin geworden bin – und um dies gleich hier zu beweisen, sage ich an dieser Stelle einfach einmal „nein“ zu diesem Job. Deshalb endet mein Text an dieser Stelle. Und: Nein, es tut mir nicht leid. Eddie Langner