Helmut Noë tritt zumindest politisch etwas kürzer, sonst aber nicht. Foto: Simon Granville

Der frühere Bürgermeister von Leonberg, Helmut Noë, erhält für sein politisches Engagement die höchste Auszeichnung des Landkreises Böblingen.

Wer ihn in dieser Tagen erlebt, der mag sich kaum vorstellen, dass Helmut Noë im Februar sein 82. Lebensjahr vollendet hat. Vital wie eh und je ist der frühere Erste Bürgermeister von Leonberg in verschiedenen Ehrenämtern unterwegs.

Nur politisch tritt der Christdemokrat etwas kürzer. Mit dem Ende der Legislaturperiode gibt er sein langjähriges Amt als Chef der CDU-Kreistagsfraktion ab und hört auch in der Regionalversammlung auf.

Insgesamt also Grund genug für eine besondere Ehrung. Gemeinsam mit dem früheren Bürgermeister von Holzgerlingen, Wilfried Dölker (Freie Wähler), und dem früheren Sindelfinger Stadtbrandmeister Hans Klemm (SPD) wurde Noë jetzt mit der Verdienstmedaille des Landkreises ausgezeichnet.

„Das ist die höchste Anerkennung, die wir vergeben können“, betont Landrat Roland Bernhard. „Wir ehren heute drei Persönlichkeiten, die in herausragenden Funktionen das gesellschaftliche Zusammenleben in unserem Kreis mitbestimmt haben und damit Meinungsbildner und Wegbereiter waren. Wilfried Dölker und Helmut Noë sind wahre Urgesteine der Kommunalpolitik mit exzellenten Verdiensten – ohne sie als Wegbereiter wäre der Landkreis nicht, was er heute ist. Hans Klemm wird für herausragendes lokalpolitisches Engagement und Verdienste im Feuerwehrwesen geehrt.“

Beginn als Ortsvorsteher von Höfingen

Helmut Noë aus Leonberg war von 1993 bis 2001 Bürgermeister und bis 2009 Erster Bürgermeister in Leonberg und gehört dem Kreistag seit 1988 bis 2024 an. Anfangen hatte Helmut Noë, der gebürtig aus Haigerloch ist, seine kommunalpolitische Laufbahn in Leonberg als Ortsvorsteher des Stadtteils Höfingen, in dem er bis heute lebt.

Er ist seit 32 Jahren Fraktionsvorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion und zweiter stellvertretender Vorsitzender des Kreistags. „Sie setzen sich seit vielen Jahrzehnten engagiert und mit herausragendem Sachverstand, mit Leidenschaft und Weitblick für die Stadt Leonberg, den Landkreis Böblingen und das Gemeinwohl ein“, würdigte Bernhard den Christdemokraten bei der Verleihung der Verdienstmedaille.

„Erfahrung, Wissen, Respekt, Einfluss“

„Als stetiger Brückenbauer haben Sie das Wohl des Landkreises immer im Blick. Ihre große Erfahrung, Ihr Wissen, der Respekt, den Sie genießen, und der Einfluss, den Sie haben, ist unschätzbar wertvoll. Auch für die Stadt Leonberg haben Sie herausragende Verdienste erworben“, betonte Bernhard.

Als Kreistagsmitglied hat sich Helmut Noë für die Verbesserung der kommunalen Daseinsvorsorge, verbunden mit zahlreichen Veränderungen und Entwicklungen für den Landkreis Böblingen und seiner Bürgerinnen und Bürger eingesetzt.

Er war an allen wegweisenden Entscheidungsprozessen und Beschlüssen bis heute beteiligt. Seit dem Jahr 999 vertritt er die Interessen des Landkreises in der Regionalversammlung des Verbands Region Stuttgart. Auf Vorschlag der CDU Fraktion in der Regionalversammlung wurde er zum ordentlichen Mitglied im Aufsichtsrat des Verkehrs- und Tarifverbundes Stuttgart gewählt.

Neben seinen politischen Ehrenämtern hat er sich weiteren Ehrenämtern in seiner Heimatstadt Leonberg verpflichtet. Dort ist er unter anderem zweiter Vorsitzender des Fördervereins für das Krankenhaus Leonberg und Mitglied im Stiftungsrat der Stiftung Leonberger Hospiz. Diese Aufgaben liegen ihm besonders am Herzen.

Zudem ist er Mitglied im Obst- und Gartenbauverein Höfingen, im Heimat- und Kulturverein Höfingen und bei der Umweltgruppe „Schlammbrüder“ im Bürgerverein Eltingen.