Anfang Februar sind auf den Fildern die Bagger angerückt, um den Bau des Pfaffensteigtunnels vorzubereiten. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Mit dem Großprojekt Pfaffensteigtunnel kündigen sich massive Einschränkungen an. Nun sollen Böblingen und Sindelfingen in einem Gremium angehört und besser informiert werden.

Mit den vorbereitenden Arbeiten für den Bau eines der längsten Eisenbahntunnel in Deutschland wurde vor wenigen Wochen gestartet: dem Pfaffensteigtunnel. Er soll künftig den Stuttgarter Flughafen mit der Gäubahnstrecke bei Böblingen verbinden und beim Sindelfinger Schützenhaus enden. Für einige Städte bedeutet das – mal früher, mal später – große Einschränkungen.

Drei direkt betroffene Städte – Böblingen, Sindelfingen und Leinfelden-Echterdingen – hatten daher in Schreiben an die Deutsche Bahn darauf gepocht, besser in die Planung involviert zu werden. Dieser Forderung will die Deutsche Bahn nun offenbar mit einem Gremium nachkommen.

Wie sich das Großprojekt Pfaffensteigtunnel auswirkt

Bis Böblingen und Sindelfingen die Auswirkungen direkt zu spüren bekommen, dauert es zwar noch, doch dann dürften sie massiv sein. Damit die Züge künftig den angestrebten Takt halten können, soll die Bahnstrecke zwischen Böblingen und neuem Abzweig zum Tunnel ausgebaut werden. Die Rede ist beispielsweise von mehrmonatigen Sperrungen der Zug- und S-Bahn-Strecke nach Stuttgart, Baustellenverkehr und Straßensperrungen.

In Schreiben an die Deutsche Bahn hatten die betroffenen Städte daher laut Oberbürgermeister Stefan Belz (Grüne) gefordert, besser an den Planungen beteiligt zu werden. Nun vermeldete er am Mittwoch im Gemeinderat Erfolg: „Unsere Schreiben zeigen Wirkung“, sagte er.

Bahn richtet Begleitgremium ein

Die Deutsche Bahn hat demnach ein sogenanntes Begleitgremium eingerichtet, in dem die Anrainerkommunen Böblingen, Sindelfingen und Leinfelden-Echterdingen über den Projektstand und die anstehenden Baumaßnahmen informiert werden. Ihm persönlich sei das noch etwas zu wenig, sagte Belz. Aber es biete nichtsdestotrotz die Möglichkeit „unsere Positionen zu bekräftigen“.

Einen Zeitplan für die Arbeiten zwischen Böblingen und dem neuem Abzweig gibt es noch nicht. Zwar hängt der Ausbau direkt mit dem Pfaffensteigtunnel zusammen. Trotzdem handelt es sich um einen eigenen Planungsabschnitt, für den das Genehmigungsverfahren noch läuft.

Der Bau des Pfaffensteigtunnels wiederum hängt mit Stuttgart 21 zusammen. Die Gäubahn soll künftig innerhalb von sieben Minuten von Böblingen den Stuttgarter Flughafen erreichen. Von dort geht es dann weiter zum neuen Tiefbahnhof. So wie das Gesamtprojekt S21 ist auch der Tunnel umstritten. Jüngst hatte etwa die Schutzgemeinschaft Filder angekündigt, gegen den Bau des Tunnels Klage einzureichen.