Dieses Gebäude in Heiningen erinnert an ein Hexenhäuschen und wurde für einen besonderen Zweck gebaut. Foto: Bernhard J. Lattner/cf

Wozu dienten die Kellerhäuser in Heiningen und welches Haus hat sich jüngst als ältestes in Waiblingen entpuppt? Antworten gibt es beim Tag des offenen Denkmals.

Manchmal liegt ein Schatz direkt vor der Tür und wartet nur darauf, entdeckt zu werden. Gelegenheit dazu gibt es am Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 14. September. Er steht unter dem Motto „Wertvoll: unbezahlbar oder unersetzlich?“ Im Rems-Murr-Kreis gibt es zahlreiche interessante Veranstaltungen – wir stellen drei Highlights vor.

Kellerhütten sind eine Besonderheit

Heiningen, heute ein Stadtteil von Backnang, gilt als eine der ältesten Siedlungen im Rems-Murr-Kreis und hat eine stattliche Zahl von Baudenkmalen zu bieten. Grund genug, die Ortschaft in den Fokus zu nehmen. Genau das tun Bernhard J. Lattner und Klaus Loderer: Bernhard J. Lattner arbeitet als freischaffender Lichtbildner, beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit Architekturfotografie und ist viel mit der Kamera unterwegs. Zusammen mit dem Architekturhistoriker Klaus Loderer hat er das Buch „Gebaute Geschichte – Backnanger Kulturdenkmale Band 1: Stadtteile und Teilorte“ verfasst.

Am Tag des offenen Denkmals präsentiert das Duo den Band und eine Ausstellung mit großformatigen Bildern von Baudenkmalen in der vor dem Abriss geretteten Heininger Dorfscheuer in der Tübinger Straße. Diese Veranstaltung beginnt um 16.30 Uhr. Die Ausstellung ist schon ab 11 Uhr geöffnet. Um diese Zeit legt vor dem Gebäude auch Carl-Eugen Vogt los: Besucher können den Steinbildhauermeister bei der Arbeit mit historischen Werkzeugen beobachten.

Spaziergang zu Schulhaus, Wohnstallhaus und Kellerhütten

1866 als Lager für Löschgerätschaften erbaut, dann kam ein Ofen hinzu: das denkmalgeschützte Backhaus in Heiningen. Foto: Bernhard J. Lattner

Ab 14 Uhr bietet Klaus Loderer einen musikalisch umrahmten Spaziergang zu neun Baudenkmalen in Heiningen an. Er führt zum Schulhaus, das später Rathaus wurde, aber auch zum Dorfbackhaus, das 1866 als Lager für Löschgerätschaften gebaut und später mit einem Ofen versehen wurde. Weitere Ziele sind ein Wohnstallhaus und mehrere Kellerhäuser, die eine Besonderheit darstellen. Sie waren nicht bewohnt, was erklärt, wieso sie zum Teil an kleine Hexenhäuser erinnern. Der größte Teil des Gebäudes steckt unter der Erde: In den Gewölbekellern wurden Lebensmittel und Fässer voll mit Apfel- und Birnenmost aufbewahrt. Im oberirdischen Teil lagerte oft Reisig. Das Kellerhaus in der Esslinger Straße ist obendrein mit einer Obstmühle mit Maischebehälter und Spindelpresse ausgerüstet. Der ausgepresste Saft ließ sich von hier aus direkt in die Mostfässer füllen.

Ältestes Gebäude der Stadt Waiblingen

Eine Besonderheit ist auch das Gebäude mit der Adresse Weingärtner Vorstadt 22 in Waiblingen: Es ist das Nachbarhaus des heutigen Stadtmuseums, das bisher für das älteste Haus der Stadt gehalten wurde. Vor kurzem hat sich jedoch gezeigt, dass das Fachwerk der Nummer 22 um etliche Jahrzehnte älter ist. Betreten kann man das Gebäude wegen laufender Sanierungsarbeiten zwar nicht, doch der Bauforscher Markus Numberger aus Esslingen führt rund ums Haus und berichtet auch vom ältesten erhaltenen Waiblinger Wohnviertel, in dem das Haus steht. Kostenfreie Führungen werden um 11 Uhr, 13 Uhr und 14.30 Uhr angeboten. Für die Teilnahme muss man sich anmelden (0 71 51/50 01 17 01). Das gilt auch für eine Führung durch den Beinsteiner Torturm, die um 11 Uhr beginnt. Ohne Anmeldung kann man eine der wenigen erhaltenen Siechenhauskapellen bestaunen. Eine Führung um 14 Uhr beleuchtet die Geschichte dieses besonderen Orts für Leprakranke an der Kreuzung Beinsteiner Straße/Kätzenbach.

Buochs verborgener Florentiner Garten

Flora, Fauna, Architektur, Geschichte und Geheimnisse rund um den Florentiner Garten in Buoch sind das Thema einer einstündigen Führung, die um 10.30 Uhr vor dem Museum im Hirsch, Eduard-Hiller-Straße 6, in Remshalden-Buoch beginnt. Von dort geht es zum nur wenige Schritte entfernten Garten, der zum Ensemble des Hiller-Hauses in Buoch gehört. Die Eigentümerfamilie macht das Kleinod für Besucher ausnahmsweise zugänglich – wunderbare Ausblicke und ein Glas Sekt sind inklusive.

Im Museum Hirsch läuft noch die Sonderausstellung „Die Bären sind los“. Sie kann man am Sonntag bei freiem Eintritt von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr besichtigen.

Das komplette Programm des Denkmaltags findet man unter www.tag-des-offenen-denkmals.de