Das blonde Affenbaby bei den Brüllaffen im Amazonienhaus Foto: Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann

Freude über einen neuen Zoobewohner: Im Amazonienhaus der Wilhelma in Stuttgart gibt es Nachwuchs bei den Schwarzen Brüllaffen. Wir lösen ein Rätsel um das Tierbaby.

Im Amazonienhaus der Wilhelma, welches in diesem Jahr 25 Jahre alt geworden ist, ist Mitte September ein kleines Brüllaffen-Baby zur Welt gekommen, wie der Zoo-Sprecher Birger Meierjohann berichtet. Es gehört zu den Schwarzen Brüllaffen, hat aber – genau wie seine Mutter – ein blondes Fell. Schwarzes Fell tragen nur die erwachsenen Männchen, sagt Meierjohann. Sie sind auch deutlich größer als ihre Artgenossinnen.

Da es sich bei dem Brüllaffen-Baby um ein Männchen handelt, wird es im Alter von etwa zweieinhalb Jahren, wenn das Tier erwachsen wird, ebenfalls eine schwarze Färbung bekommen. Derzeit schmiegt sich das Kleine noch eng an den Körper der Mutter an und lässt sich umhertragen.

Die Brüllaffen besitzen einen muskulösen Greifschwanz, mit dessen Hilfe sie sich sicher in den Bäumen bewegen können. Wie der Name schon sagt, markieren die Tiere mit lautem Gebrüll ihr Revier – in der Natur wie in der Wilhelma.

Das Brüllaffen-Baby schmiegt sich noch eng an die Mutter – sie hat ebenfalls ein helles Fell. Foto: Wilhelma Stuttgart/Birger Meierjohann

Im Amazonienhaus teilen sich die Schwarzen Brüllaffen eine Anlage mit Springtamarinen, die zu den Krallenaffen zählen. Sie haben auch einen Außenbereich, der im Wechsel mit einer anderen Affengruppe genutzt wird, die aus Weißkopfsakis und Goldkopflöwenäffchen besteht.

Bemerkenswerter Zuchterfolg in der Wilhelma

Der Nachwuchs bei den Schwarzen Brüllaffen bedeutet für den Stuttgarter Zoo einen bemerkenswerten Zuchterfolg. Volker Grün, Leiter des Fachbereichs Zoologie und Kurator für das Amazonienhaus, erklärt, dass Schwarze Brüllaffen außerordentlich anspruchsvolle Pfleglinge seien: „Sie ernähren sich fast ausschließlich von Laub, was einen hohen Aufwand bei der Futterbeschaffung mit sich bringt. Das ist einer der Gründe, warum Schwarze Brüllaffen deutschlandweit nur noch in zwei weiteren Zoos gehalten werden.“

Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin ergänzt: „Der Bestand des Schwarzen Brüllaffen in seiner natürlichen Heimat in Südamerika wird von der Weltnaturschutzunion IUCN als potenziell gefährdet eingestuft. Noch gilt die Art also nicht als akut bedroht. Ihre Gesamtpopulation, vor allem in Brasilien, Bolivien, Paraguay und Argentinien, nimmt aber sowohl aufgrund von Lebensraumzerstörung als auch von Krankheiten wie Gelbfieber stetig ab.“

Wilhelma hilft in Brasilien bei Brüllaffen-Projekt

Mit finanzieller Unterstützung der Wilhelma wurden im vergangenen Jahr Braune Brüllaffen vom Instituto Fauna Brasil auf der Insel Catarina vor der Südküste von Brasilien von einer Auffangstation in ein Auswilderungsgehege gebracht und wieder angesiedelt. Dort waren sie 260 Jahre lang auf der Insel ausgestorben. Die Leiterin des Instituto Fauna Brasil, Vanessa Kanaan, hatte im Juli die Wilhelma besucht und von dem Artenschutzprojekt berichtet.