Im Sommer hat die Mehrheit der Herrenberger mit „ja“ für die Verpachtung kommunaler Flächen für den Bau von Windkraftanlagen gestimmt. Am Dienstag soll die nächste Entscheidung fallen.
Neben dem geplanten Jettinger Windpark könnten sich im Herrenberger Spitalwald bald bis zu sieben, je 285 Meter hohe Windräder drehen. Die Anlagen könnten der Stadt Herrenberg zufolge etwa 40 000 Haushalte im Jahr mit grünem Strom versorgen.
Die für den Windpark nötige kommunale Fläche soll an einen Betreiber – namentlich die Energiegenossenschaft Prokon aus Schleswig-Holstein – verpachtet werden. In seiner Sitzung am Dienstag soll der Gemeinderat nun genau darüber final entscheiden. Im vergangenen Sommer hatten noch fast 60 Prozent der Bürgerinnen und Bürger Herrenbergs für die Verpachtung kommunaler Waldflächen an einen Windradbetreiber gestimmt.
Stadt Herrenberg lädt Bürger zur Sitzung ein
Bereits im Vorfeld der Sitzung werden Details zum Pachtvertrag mit Prokon veröffentlicht. Der Vertrag legt unter anderem fest:
- Aufteilung der Flächenkulisse; Flächen für Zuwegung, Flächen zur Errichtung von Windenergieanlagen, Flächen, die nicht beansprucht werden dürfen
- Ein jährliches Mindestnutzungsentgelt von mindestens 250 000 Euro pro realisierter Windenergieanlage
- Beteiligungsoptionen für die Stadt und für die Bürgerschaft
- Eine Verpflichtung zur waldschonenden Zuwegung, soweit genehmigungsfähig sowie zum Beispiel zum Rückbau der Anlagen nach Vertragsablauf
Stadt Herrenberg will waldschonend erschließen
Da es sich um einen privatrechtlichen Vertrag handelt, sind weitere Details nicht öffentlich. Die Verwaltung will am Dienstag auch vorschlagen, ein Budget von 250 000 Euro bereitzustellen, um eine möglichst waldschonende Realisierung der Zuwegung sowie Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung und Naherholung in den betroffenen Waldgebieten zu ermöglichen. Dies sei vor allem ein Anliegen aus den Vorberatungen in den Ortschaftsräten gewesen, heißt es in einer Mitteilung.
Dass die Stadtverwaltung ihre Bürgerinnen und Bürger öffentlich zu dieser Sitzung einlädt sowie im Vorfeld auf Pachtvertrag und Besonderheiten hinweist, ist nicht alltäglich, folgt aber der Informationspolitik, die die Stadtverwaltung bereits in der Vergangenheit angewandt hatte. So hatte sie im Vorfeld der Abstimmung in 2025 unter anderem auf Infoveranstaltungen gesetzt – offenbar mit Erfolg. Einer Befragung zufolge hatte sich eine Mehrheit der Befragten für gut informiert gehalten und sich ausreichend beteiligt gefühlt.