Die Band El Creepo beglückte im vergangenen Jahr die Hardrockfans. Foto: Eibner/ Memmler

Das Musikfestival wird noch größer aufgezogen: Es startet früher, es gibt neue Musikrichtungen, Aftershow-Partys und eine Überraschung.

Für Chris Rohr ist der Kern der Böblinger Polarnacht einfach auf den Punkt gebracht: „Da ist ganz Böblingen auf den Beinen.“ Die Stimmung sei einmalig, die Bands hochkarätig und ausgefallen. „Kleine Konzerte, die gibt’s sonst ja kaum noch“, sagt der Organisator des Musikfestivals, das dieses Jahr am 29. März stattfinden wird. Die Schönbuch Braumanufaktur tritt, wie gehabt, als Hauptsponsor auf.

Seit dem Jahr 2002 gibt es die Livenacht, bei der mehr als 20 Musikgruppen verteilt über die ganze Böblinger Innenstadt auftreten. Jeweils zur vollen Stunde haben die Bands einen 40-minütigen Auftritt, in den Pausen können die Zuhörer zur nächsten Location weiterziehen. Während der Pandemie musste das Event einige Jahre ruhen; vergangenes Jahr erweckte der Vorsitzende des Gewerbeforums Böblingen, Chris Rohr, die Polarnacht wieder aus dem Dornröschenschlaf. Auch dieses Jahr zeichnet er für die Musiknacht verantwortlich und bringt sie mit vielen neuen Ideen zum Leuchten.

Rockmusik neben Schlager und Hüttengaudi

Zum einen hat Rohr die Bandbreite der Musikrichtungen erweitert. Während früher vor allem Party- und Rockmusik gespielt wurde, nahm Rohr vergangenes Jahr Schlagermusik und Hüttengaudi neu ins Programm. „Das kam super an und hat uns ermutigt, das weiterzutreiben“, sagt Rohr und erzählt, dass dieses Jahr noch weitere Genre dazukommen durch Auftritte einer italienischen Band und eines Chors, dessen Repertoire von Pop bis Gospel reicht.

Neu ist auch, dass es diesmal eine Stunde früher losgeht. An acht Locations beginnen die Musikgruppen bereits um 20 Uhr zu spielen, die restlichen starten wie gewohnt um 21 Uhr. Der letzte Auftritt findet überall um Mitternacht statt. „Die Besucher haben die Chance, fünf Sets anzugucken“, sagt Rohr.

Da sich die Orte, an denen die Musiker auftreten, über die Böblinger Innenstadt verteilen, sind alle fußläufig erreichbar. Es gibt aber auch einen Shuttlebus, der mit dem Eintrittsbändchen kostenlos genutzt werden darf und die Besucher zu allen Locations bringt. Dieses Jahr kommt die Kongresshalle als neue Haltestelle hinzu. Und selbst im Bus muss nicht auf Musik verzichtet werden: Auch dort spielt eine Band. „Das ist eine fahrende Karaoke-Party“, witzelt Rohr. „Es gibt Leute, die fahren extra ein, zwei Runden mit dem Bus.“

Um sicherzugehen, dass sich niemand in den kleinen Musikpausen langweilen könnte, hat Rohr sich noch ein besonderes Schmankerl ausgedacht: „Es wird kleine Überraschungen geben.“ Was genau, sei aber noch geheim.

Aftershow-Partys für alle, die noch mehr wollen

Auf eine Neuerung freut sich der Organisator ganz besonders: In zwei oder drei Locations wird es After-Show-Partys geben. Das hat Rohr sich ausgedacht, weil er bemerkt hat, dass viele Besucher nach dem letzten Bandauftritt noch nicht genug hatten. „Die Leute standen aufgeregt auf der Straße rum und wussten nicht, wohin“, sagt er. Wer möchte, kann diesmal zu DJ-Musik weitertanzen. Sobald die Locations feststehen, werden sie auf der Homepage bekannt gegeben. Dort wird auch ein Hinweis stehen, an welchen Orten es vorab und auch während der Bandauftritte etwas zu Essen gibt.

Und noch etwas hat sich Chris Rohr ausgedacht, dass es so bisher noch nicht gegeben hat: Festival-T-Shirts. Fans werden sie sich bald über die Internetseite bestellen können; falls es Reste geben sollte, werden diese am Abend vor Ort verkauft. Wer möchte, kann sein T-Shirt auch schon an Fasching anziehen, denn beim Rosenmontagsumzug in Böblingen wird es zum ersten Mal einen Polarnacht-Wagen geben, der zusammen mit Leuten vom Schönbuch Stadl gefahren wird, kündigt Rohr an. Vom Wagen werde natürlich keine Musik aus der Konserve erklingen, sondern ganz im Polarnacht-Stil Live-Musik. „Das ist ein Gag, wir möchten einfach Spaß unter die Leute bringen“, sagt Rohr.

Ein Abend, viele Konzerte

Musik
 Die Polarnacht findet am Samstag, 29. März, von 20 bis 1 Uhr statt. Mehr als 20 Musikgruppen spielen an verschiedenen Lokalitäten je vier oder fünf 40-minütige Sets. Ein Shuttlebus, in dem Livemusik gespielt wird, sorgt in den Pausen fürs schnelle Weiterkommen zur nächsten Station.

Name
 „Polarnacht“ geht auf eine Biersorte zurück, die früher zum Sortiment der Schönbuch Braumanufaktur gehörte.

Tickets
 Die Eintrittsarmbänder gibt es im Brauhaus, beim Seegärtle, im Bootshaus sowie beim Platzhirsch. Ausführliche Infos zur Polarnacht und allen Bands gibt es unter wwww.polarnacht-bb.de.