Antigentests sind derzeit in der Regel nur kostenpflichtig zu haben. In Tübingen soll sich das bald ändern. (Symbolbild) Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Tübingen will in fünf Teststationen kostenlose Schnelltests für alle anbieten. Den bräuchten Menschen ohne Genesenen- oder Geimpften-Status etwa bei Einkauf bestimmter Produkte des nicht-täglichen Bedarfs.

Tübingen - Mit Beginn der Alarmstufe in Baden-Württemberg will Tübingen fünf Corona-Teststationen in Betrieb nehmen, um allen kostenlose Schnelltests anzubieten. Dies werde voraussichtlich in der kommenden Woche der Fall sein, teilte Oberbürgermeister Boris Palmer am Dienstag mit.

Dann gilt für den Einzelhandel des nichttäglichen Bedarfs die 3G-Regel, wobei im Gegensatz zu Gaststätten ein Antigentest ausreichend sein wird. Für Palmer ist klar, dass spätestens dann wieder kostenfreie Testangebote verfügbar sein müssen. „Noch immer sind 30 Prozent der Baden-Württemberger nicht geimpft. Kostenpflichtige Tests würden also für den Handel den Verlust von fast einem Drittel der Kundschaft bedeuten, denn wer zahlt schon 15 Euro Eintritt für den Weihnachtsbummel? Kostenfreie Tests helfen der Tübinger Inzidenz und dem Innenstadthandel“, sagte Palmer.

Coronatests auch für Geimpfte

„Kostenlose Tests sind auch für Geimpfte wichtig. Weihnachtsfeiern und große Familienfeste, oft mit nicht geimpften Kindern, sind bei den jetzigen Inzidenzen nicht sicher genug. Auch Geimpfte brauchen Tests in diesem Winter“, sagte Notärztin Lisa Federle.

Dass die Alarmstufe kommt, ist so gut wie sicher angesichts der stark steigenden Patientenzahlen in den Krankenhäusern. Die Stufe wird automatisch ausgerufen, wenn mindestens 390 Covid-19-Patienten an zwei aufeinanderfolgenden Werktagen auf Intensivstationen behandelt werden. Am Montag lag die Zahl der Fälle bei 347, das waren 24 mehr als am Tag zuvor. Das kostenlose Testen hat Federle mit ihrem Team von ehrenamtlichen Helfern in Tübingen im November 2020 begonnen.