Die Eskalation im Iran beschäftigt auch die Menschen in der Region. Hamid Jebeli aus Leonberg bangt um seine Familie – und wünscht sich Frieden für seine alte Heimat.
Hamid Jebeli ist besorgt. „Ich kann meine Mutter seit Freitag nicht erreichen. Sie ist krank, vor einigen Monaten hatte sie einen Schlaganfall“, erzählt der Deutsch-Iraner. Seit dem Militärangriff auf den Iran kommt es erneut zu massiven Internetproblemen – ähnlich wie während des zwölftägigen Krieges im vergangenen Jahr. Möglicherweise seien die Datenverbindungen gezielt gekappt worden, berichten Medien.
„Ich weiß nicht, was passiert. Meine Mama ist ganz allein“, sagt Jebeli. Zum Glück könne seine Schwester nach ihr sehen. Doch die Ungewissheit bleibt. 2013 kam er mit seiner Frau und den drei gemeinsamen Kindern nach Deutschland. Seit fünf Jahren leitet er das Restaurant Persepolis im Kaufland-Center in Leonberg. Hier hat sich die Familie eine neue Existenz aufgebaut.
Wegen Internetproblemen im Iran: Kein Kontakt zur kranken Mutter
Während manche den US-Militärschlag und ein mögliches Ende des Mullah-Regimes offen begrüßen, reagiert Jebeli zurückhaltend. Zu groß ist die Sorge um seine Angehörigen und um die vielen anderen Familien im Land. „Wir sind alle traurig. Viele Menschen haben bei dem Angriff ihre Angehörigen verloren“, sagt er.
Dabei hatte Jebeli auf eine friedliche Revolution in seiner Heimat gehofft. Mit der politischen Situation im Iran ist er unzufrieden. „Iran ist wie ein Gefängnis. Es gibt keine Reisefreiheit“, berichtet er. Seit Jahren versucht er, seiner Schwester einen Besuch in Deutschland zu ermöglichen. Mehrere Male stellte er bei der Botschaft einen Antrag, alle wurden abgelehnt.
Hoffnung auf Veränderung und ein Ende des Kriegs
Auch die soziale Ungleichheit beschäftigt ihn. „Zurzeit sind die Männer im Iran über die Frauen gestellt. Das gefällt mir nicht, wir sind doch alle Menschen“, sagt Jebeli. „Es wäre schön, wenn alle gleich leben könnten.“
Trotz aller Sorgen blickt er auch hoffnungsvoll in die Zukunft. „Ich hoffe, wenn das Regime wechselt, bekommen wir eine Demokratie“, sagt er. Er wünsche sich wirtschaftlichen Aufschwung und vor allem eines: „Ich will, dass der Krieg schnell vorbei geht.“ Vielleicht könnten die Menschen im Iran eines Tages so leben wie er heute in Deutschland – in Frieden, Sicherheit und mit Perspektiven.