So soll die neue Elefantenwelt in der Wilhelma von innen aussehen. Foto: Visualisierung Herrmann + Bosch Architekten

Freude im Stuttgarter Zoo: Die Stadt Stuttgart hat den Abbruch der Gebäude des Schaubauernhofs genehmigt. Damit kann die neue Anlage für die Dickhäuter gebaut werden.

Seit Jahren wird im Stuttgarter Zoo gehofft, dass das Leuchtturmprojekt verwirklicht werden kann: die neue Elefantenanlage. Jetzt hat die Stadt Stuttgart grünes Licht gegeben. „Die Baugenehmigung für den Abbruch der alten Anlagen auf dem ehemaligen Schaubauernhof und das Restaurant mit Rücksicht auf den Artenschutz ist da“, sagt Christian Angermann von der Hochbauabteilung von Vermögen und Bau auf Nachfrage. Kürzlich sei die Genehmigung eingetroffen. „Das ist ein Meilenstein für das Projekt.“ Jetzt fehle nur noch die Zustimmung zur Baudurchführung vom Finanzministerium.

Das Restaurant hat nur noch bis zum Ende der Sommerferien geöffnet, dann wird es zurückgebaut. Foto: Iris Frey

Das Restaurant werde seinen Betrieb bis zum Ende der Sommerferien weiterführen und dann einstellen. Dieses Jahr werde noch mit dem Rückbau begonnen. Die Ausschreibungen für die Abbrucharbeiten für das Restaurant und die Gebäude seien vorbereitet, so Angermann.

Land trägt den Großteil der Kosten

Das Land als Eigentümer der Wilhelma trägt den Großteil der Kosten für die rund zwei Hektar große Anlage, die eine Nutzfläche von 1,5 Hektar für die Elefanten vorsieht. 11 Millionen Euro wurden schon bewilligt, davon 6,4 Millionen ausgegeben. Das Land hat nun 51,1 Millionen Euro in den laufenden Haushalt eingestellt. Der Förderverein der Wilhelma will 15 Millionen Euro für den Bau spenden.

Größte Einzelförderung des Fördervereins mit 15 Millionen Euro

Der Vorsitzende des Fördervereins der Wilhelma, Georg Fundel, erklärt auf Nachfrage: „Dass die Baugenehmigung da ist, ist erfreulich. So ist ein weiterer großer Stein aus dem Weg gerollt. Es ist die größte Einzelförderung, die wir je gemacht haben.“ Für Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin soll die Anlage für die Erhaltungszucht stark gefährdeter Asiatischer Elefanten, in der eine Reservepopulation geschaffen werden soll, neue Maßstäbe setzen.

Realisiert wird der Entwurf des Stuttgarter Büros Hermann + Bosch Architekten zusammen mit MKK Architekten und dem Ingenieurbüro Knippers Helbig. Die neue Elefantenwelt nördlich des asiatischen Schaubauernhofs wird zehnmal größer sein als das bisherige Gehege und Platz für eine Herde mit bis zu 14 Tieren bieten. In der Wilhelma leben seit 1952 Elefanten, derzeit sind es die betagten Dickhäuterinnen Pama und Zella. Elefanten bilden auch das Wappentier, das überall in der Stadt auf vielen Schildern den Weg in den Stuttgarter Zoo weist. Der Bau der Anlage soll von 2025 bis 2029 dauern. Das Land rechnet insgesamt bis zur Fertigstellung der Anlage im Jahr 2029 mit Gesamtbaukosten von etwa 87,73 Millionen Euro. Dabei sind schon Preissteigerungen bei den Baukosten in den kommenden Jahren eingerechnet, nämlich Kostenrisiken von etwas mehr als 19 Millionen Euro.