Von links: Graf (Matthias Ansel), Suzanna (Rebecca Kammerer), Antonio (Michael Kastner), Figaro (Alexander Bächtle) Foto: bühne16

„Ich verliere allmählich den Überblick. Bin ich etwa schon wieder in eine Falle geraten?“. Diese Frage muss sich Graf Almaviva aufgrund der zahlreichen Intrigen stellen. Der Ort dieser Ränkespiele ist das Leonberger Spitalhoftheater, wo das Ensemble der „bühne16“ (Regie: Nicole Bender) die turbulente Komödie „Figaros Hochzeit“ aufführt. Auf der Bühne geben sich Schürzenjäger, Grashüpfer, Melonenmörder und Voyeure ein Stelldichein. Auch ein Trunkenbold und ein unappetitlicher Versorgungsfall sind dabei und sorgen für eine übermütige Stimmung. Wer Lust auf ein Lachmuskeltraining verspürt, sollte sich für die letzten Aufführungen dieses Lustspiels den 15. oder 16.Juni vormerken.

Der historische Rahmen bezieht sich auf das vorrevolutionäre Frankreich Ende des 18.Jahrhunderts. Um dem Zuschauer den historischen Hintergrund zu verdeutlichen und die Verwirrungen durchschaubar zu machen, wurden die Kommentatorinnen Marie-Antoinette (Heike Reder), die Gattin Ludwigs XVI., und deren Zofe (Cornelia Franzelius) eingefügt. Hören wir doch mal rein, in diese skurrile Geschichte.

Wir befinden uns im Schloß des Grafen Almaviva („Frauen, ich bin verrückt nach Frauen“) unweit von Sevilla im Jahr 1780. Heute könnte für Kammerdiener Figaro (Alexander Bächtle) der schönste Tag seines Lebens sein. Er heiratet die Kammerzofe Suzanna (Rebecca Kammerer). Als Figaro erfährt, dass der Graf (Matthias Ansel) bei Suzanna das abgeschaffte „Herrenrecht“, das Privileg der ersten Nacht, wieder einführen will, hängt der Haussegen schief. Figaros Zorn richtet sich mit diesem Monolog an den Grafen: „Was haben Sie denn getan, um so viele Vorrechte zu verdienen? Sie haben sich die Mühe gegeben auf die Welt zu kommen, sonst nichts“. Figaro, der als Meister der Intrige gilt und sehr gut mit der Schere umgehen kann, plant mit seiner Braut, die zuweilen „im Zwiespalt ihrer Gefühle im Zwielicht Zwieback isst“, einen Komplott. Die vernachlässigte Gräfin (Andrea Reuff) hilft dabei, obwohl sie ihren Gemahl, der als der „bestgewürzte Hahn am Hofe“ gilt, liebt. Auch die Wirtschafterin Marceline (Andrea Kauderer), die an Anfällen von Heiratswut leidet, möchte die Heirat verhindern. Figaro hat ihr früher in Geldnot ein Heiratsversprechen gegeben, das sie jetzt einklagen will. Zur Durchsetzung dieses Vorhabens spannt sie den Arzt Dr. Bartholo (Peter Höfer) ein, bei dem sie aus einer früheren Liebschaft noch eine Rechnung offen hat. Bei Gericht entsteht dann ein Streit. Der Gerichtsschreiber Double-Main (Ivonne Schadel) und der Gerichtsdiener (Joachim Schäfer) sorgen für Ordnung und dem Richter Don Gusman Brid´oison (Egon Bässler) fällt es im wahrsten Sinne des Wortes schwer, „Recht zu sprechen“. Cherubin, der liebestolle Page (Marcia Bächtle), hat eine Gemeinsamkeit mit dem Grafen („Frauen, ich bin verrückt nach Frauen“). Er schwärmt besonders für die Gräfin. Bazile, der verliebte Gesangslehrer (Nikolaus Schoßmaier) hat es wiederum auf Marceline abgesehen. Er liebt sie „so fürchterlich“, verfolgt sie und beobachtet sie heimlich. Und da wäre noch der Gärtner Antonio (Michael Kastner). Er hat ein Verständigungsproblem („Sprich deutlich, du Trunkenbold“) und seine Tochter Fanchette (Florentine Kammerer) ein Orientierungsproblem („Ist links links von vorne, oder ist links rechts von hinten?“). Kann am Ende dieses verrückten Tages das Netz der Verwirrungen aufgelöst werden und kann das Volk und die Blumenkinder (Margareta Mühlbeyer, Emma Reuff, Amelie Wohnsiedler, Charlotte Scheltdorf) eine Hochzeit bejubeln? Die Antwort erfährt das Publikum am Samstag, 15.Juni 2024 um 19.30 Uhr und am Sonntag, 16.Juni bereits um 18.30 Uhr im Spitalhoftheater Leonberg. Tickets und weitere Infos unter www.buehne16.de.

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