Am 8. März 2026 steht die Landtagswahl in Baden-Württemberg an. Wer wird in Zukunft den Wahlkreis 5 (Böblingen) im Parlament vertreten?
Wie viele Landtagsabgeordnete werden für den Wahlkreis Böblingen zukünftig in Stuttgart sitzen? Können die bisherigen Abgeordneten ihre Mandate bei der Landtagswahl am 8. März verteidigen?
Bislang vertreten Thekla Walker (Grüne), Matthias Miller (CDU) und Florian Wahl (SPD) den Wahlkreis Böblingen im Landtag. Während die Grüne und der Sozialdemokrat erneut antreten, hatte Miller im März 2025 angekündigt, aus familiären Gründen seine Laufbahn im Landtag zu beenden. Wird seine Nachfolgerin den Einzug ins Parlament schaffen?
Thekla Walker (Grüne) gehört bereits seit 2016 dem Landtag von Baden-Württemberg an, seit 2021 ist die Grüne zudem Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft. Wie ihr Kollege Peter Seimer im Wahlkreis Leonberg tritt die 56-Jährige erneut an. „Klimaschutz ist kein parteiliches Anliegen, sondern betrifft uns alle“, sagte sie bei der Nominierungsversammlung. „Der weitere Ausbau erneuerbarer Energien ist essenziell. Wir Grünen haben bereits viel erreicht, doch es braucht Kontinuität.“
Zuletzt hatte sie sich als Landesumweltministerin an die Spitze einer Gruppe grüner Minister gestellt, die in einem offenen Brief die Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) für ihre klima- und energiepolitischen Aussagen kritisierte. In der Landesliste der Grünen steht sie auf Platz 1, noch vor dem Ministerpräsidenten-Kandidat Cem Özdemir.
Regina Dvořák-Vučetić (CDU) ist mit der Arbeit im Landtag bereits vertraut, denn sie leitet seit 2021 das Büro der Leonberger Abgeordneten und Staatssekretärin Sabine Kurtz. Nun will sie selbst ins Parlament einziehen „und für eine zukunftsorientierte, wirtschaftlich starke und sozial verantwortliche Politik eintreten“, wie sie bei der Bekanntgabe ihrer Kandidatur im März 2025 wissen ließ.
Die 50-jährige Politikwissenschaftlerin hat zuletzt mehrere Posten innerhalb der CDU übernommen: Seit 2022 ist sie Kreisvorsitzende der Frauen-Union, seit Herbst 2025 Vorsitzende des Böblinger CDU-Stadtverbands und der CDU Region Stuttgart. „ Wir brauchen bessere Rahmenbedingungen für Unternehmen, steuerliche Anreize für Investitionen und eine gezielte Fachkräftezuwanderung“, betont die Kandidatin, die sich zudem für bezahlbaren Wohnraum einsetzen will. In der CDU-Landesliste steht sie auf Platz 31, hätte also auch ohne Direktmandat gute Chancen – im derzeitigen Landtag stellt die CDU 42 Abgeordnete.
Florian Wahl (SPD) kann inzwischen auf zehn Jahre Landtag zurückblicken, wenn auch mit Unterbrechung. Von 2011 bis 2016 und seit 2021 ist er Abgeordneter. Seit 2004 gehört Wahl zudem dem Böblinger Gemeinderat an und saß von 2009 bis 2014 im Kreistag.
Der Böblinger, der sich auch in der evangelischen Kirche engagiert, hat zuletzt die „Böblinger Gespräche“ im Blauen Haus ins Leben gerufen und ist im Landtag Vorsitzender des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Integration. In der SPD-Landesliste wurde er auf Platz 13 gewählt, aktuell besteht die Fraktion aus 18 Mitgliedern. Bleibt die Frage, welches Ergebnis seine Partei am 8. März einfahren wird.
Christine Watrinet (FDP) will wirtschaftspolitische Themen in den Mittelpunkt ihres Wahlkampfes stellen, wie die 59-jährige Unternehmensberaterin aus Holzgerlingen angekündigt hat. Sie profitiere von ihrer betriebswirtschaftlichen Kompetenz und bringe aus ihrer beruflichen Erfahrung ein breites Wissen um die Stärken, aber auch Bedürfnisse der Unternehmen mit.
Die promovierte Betriebswirtin ist Vorsitzende des FDP-Ortsverbandes Schönbuch. In der Landesliste der Freien Demokraten ist sie auf Platz 38 positioniert.
Christine Schäfer (AfD) gehört dem Böblinger Kreistag an und ist Mitglied im AfD-Kreisvorstand. Die 61-Jährige aus Nufringen arbeitet bei einer mittelständischen Bank und setzt ihre Schwerpunkte in der Sozial- und Migrationspolitik.
„Ich will mich einsetzen für eine menschenwürdige Gesundheitspolitik. Unsere Krankenhäuser und Notfallpraxen müssen erhalten bleiben. Ich werde alles versuchen, dass unser Ländle wieder zu unserem Ländle wird.“ In der AfD-Landesliste steht sie auf Platz 25.
Marcel Kläger (Linke) ist im Bündnis Buntes Sindelfingen aktiv und will sich für Demokratie und Vielfalt einsetzen. „Im Kampf gegen rechts müssen wir entschieden Hass und Hetze gegen queere Menschen entgegen treten“, sagt der Altenpfleger. Auch für mehr Windräder im Kreis Böblingen möchte er sich engagieren.
Patrick Kulinski (Volt) arbeitet als Entwicklungsingenieur bei einem Automobil-Zulieferer. Die thematischen Schwerpunkte des 37-Jährigen aus Leonberg liegen bei Stadtentwicklung und Wohnpolitik sowie – als Sohn von Einwanderern – im Komplex Zuwanderung und Integration.
Benjamin Salameh (BSW) will sich für die Stärkung des Wirtschaftsstandortes einsetzen: „Es gilt die steigenden Unternehmensinsolvenzen zu stoppen sowie Stellenabbau und Verlagerungen ins Ausland zu verhindern“, sagt der Wirtschaftsingenieur aus Böblingen. Die Politik müsse die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen.
Zudem tritt Einzelbewerber Kai Hammami aus Sindelfingen an.
Neues Wahlverfahren
Stimmen
Mit der Reform von 2022 gibt es bei der Landtagswahl 2026 nicht mehr nur eine Stimme, sondern eine Erst- und eine Zweitstimme (wie bei der Bundestagswahl). Die Erststimmensieger im Wahlkreis sitzen sicher im Parlament, es gibt zudem Überhang- und Ausgleichsmandate. Eine mögliche Aufblähung des Landtags steht entsprechend in der Kritik. Zudem sinkt das Mindestalter der Wahlberechtigten auf 16 Jahre.
Landeslisten
Die Parteien haben interne Listen mit einer Personenrangfolge gewählt. Die Landtagssitze, die den Parteien über das Zweitstimmenergebnis zustehen, werden zunächst mit den Direktgewählten, dann über die Landesliste besetzt.