Im Juni 2025 durchsuchte die Polizei den Bereich am Sindelfinger Mönchsbrunnen. Foto: SDMG/Dettenmeyer

Im Mai 2025 haben Waldarbeiter eine Frauenleiche bei Sindelfingen entdeckt. Nun steht ein Bekannter des Opfers als mutmaßlicher Mörder vor dem Landgericht.

Der grausige Fall hat im vergangenen Jahr in Sindelfingen einiges Aufsehen ausgelöst. Ende Februar des Jahres 2025 war eine Frau ermordet worden, erst drei Monate später entdeckten Waldarbeiter ihre Leiche, wiederum vier Wochen darauf wurde ein Tatverdächtiger gefasst. Im November erhob die Staatsanwaltschaft Mordanklage gegen den 46-jährigen Bekannten des Opfers. Am diesem Donnerstag beginnt der Prozess am Landgericht Stuttgart. Anberaumt sind insgesamt neun Termine.

Seit dem Herbst des Jahres 2024 hatten sich die beiden gekannt – wie eng die Beziehung war, ist bislang nicht öffentlich geworden. Ab Anfang 2025 soll es oft zu Streit gekommen sein, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft berichtete. Ob die Nationalitäten der beiden – sie Russin, er Ukrainer – in den Konflikten eine Rolle gespielt haben, ist nicht bekannt.

Tatnacht Ende Februar

Fest steht aber wohl: In der Tatnacht Ende Februar fuhr die 38-jährige Frau von einer Gaststätte mit einem E-Scooter durch den Wald nach Hause. Dort habe der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft die Frau abgepasst, sie vom E-Scooter gezogen und anschließend getötet. Die Leiche soll er in einem Amphibiendurchlass unter der Straße am Rückhaltebecken Goldbachsee versteckt haben. Seit dem 6. März galt die 38-Jährige dann als vermisst.

Das Regenrückhaltebecken Goldbachsee an der Autobahn-Anschlussstelle Sindelfingen-Ost. Foto: SDMG/Dettenmeyer

Am 22. Mai entdeckten Waldarbeiter die Frauenleiche. Kurz darauf wurde zur Aufklärung des Falls eine zwölfköpfige Ermittlergruppe bei der Kriminalpolizei eingerichtet. Am 11. Juni durchsuchte die Polizei in einer Großaktion den Bereich am Mönchsbrunnen und am Rückhaltebecken Goldbachsee gezielt nach Spuren. Die Ermittler versprachen sich davon weitere Hinweise zum genauen Ablauf der Tat und zum Verbleib persönlicher Gegenstände des Opfers. Zudem sammelte die Polizei Zeugenhinweise mit dem Fokus auf dem Bereich rund um den Radschnellweg zwischen Sindelfingen und Stuttgart-Rohr.

Ende Juni vermeldete die Polizei dann den Ermittlungserfolg. Der Tatverdächtige aus dem Landkreis Konstanz war gefasst und stand unter dem dringenden Verdacht, für den Tod der Frau verantwortlich zu sein.

Mordanklage Ende November

Ende November gab die Staatsanwaltschaft Stuttgart dann bekannt, dass man nach monatelangen Ermittlungen Mordanklage gegen den 46-Jährigen erhoben habe. Nun muss er sich vor Gericht verantworten.