Die Weißstorchenküken bei ihren Zieheltern den Schwarschnabelstörchen in der Wilhelma Foto: Wilhelma/Birger Meierjohann

Eine ganz besondere Vogelaufzucht ist dem Stuttgarter Zoo gelungen. Dort wurden Eier aus dem Ostalb-Kreis im Zoo ausgebrütet und von Vögeln der Wilhelma aufgezogen.

Es klingt fast unglaublich, aber der Stuttgarter Wilhelma ist ein besonderer Storchennachwuchs gelungen. Wie der Zoo auf seiner Instagram-Seite mitteilte, wurden in dem zoologisch-botanischen Garten Weißstorchküken von Schwarzschnabelstörchen aufgezogen. Wie kam es dazu? Die Wilhelma hat kurz nach Ostern einen Anruf aus dem Ostalb-Kreis erhalten. Auf dem Dach einer Bäckerei in der Nähe von Ellwangen hatten Weißstörche ein Nest gebaut. Das Problem: Das Nest verstopfte den Schornstein. Es bestand nach Angaben der Wilhelma akute Verpuffungs- und Brandgefahr.

Eier den asiatischen Störchen untergelegt

Mit einer behördlichen Ausnahmegenehmigung wurden die Eier aus dem Nest entnommen und das Nest von der Feuerwehr entfernt. Die Eier wurden in einem weich gepolsterten und gut isolierten Korb in die Wilhelma gebracht und dort zunächst in die Brutmaschine gelegt. Und dann gelang der Clou, als die Jungvögel geschlüpft waren: Um eine Handaufzucht und eine zu starke Prägung auf den Menschen zu vermeiden, schmuggelten die Pflegerinnen und Pfleger die Küken den asiatischen Schwarzschnabelstörchen im Zoo unter, die zur gleichen Zeit vergeblich auf unbefruchteten Eiern saßen.

Kinderloses Storchenpaar nimmt Ziehkinder an

Der Plan klappte: Das kinderlose Storchenpaar nahm seine neuen Ziehkinder an. Mittlerweile sind sie kräftig herangewachsen. Und bald heißt es wieder Abschied nehmen, sobald sie flügge werden, dann werden die vier Jungstörche wieder in Absprache mit den zuständigen Behörden in die Natur entlassen.

In wenigen Wochen flugfähig und dann Auswilderung

Die jungen Weißstörche befinden sich derweil noch bei dem Paar Schwarzschnabelstörche in den Freiflugvolieren neben dem Riesentukan. Die Jungvögel sind nun fast sechs Wochen alt. „Es wird nur noch wenige Wochen dauern, bis sie flugfähig sind“, weiß Wilhelma-Sprecher Birger Meierjohann. Wann und wo sie ausgewildert werden, kann der Zoosprecher noch nicht sagen: „Das ist die Entscheidung der Naturschutzbehörden, die uns die Eier zum Ausbrüten und zur Aufzucht der Jungvögel anvertraut haben.“