Bei einem Krisengespräch zur Schönbuchbahn legt der Züge-Hersteller CAF einen umfassenden Maßnahmenplan vor und sichert den verlässlichen Betrieb ab 23. Februar zu.
Nach den anhaltenden technischen Störungen und Ausfällen der neuen Nexio-Züge auf der Schönbuchbahn haben sich Landrat Roland Bernhard, Vertreter des Zweckverbands Schönbuchbahn (ZVS) und der Geschäftsführer des Herstellers CAF Deutschland GmbH zu einem Krisengespräch getroffen – mit positiven Ergebnissen, wie das Landratsamt per Pressemitteilung berichtet.
Nun gebe es „einen klaren und vom Hersteller verbindlich zugesicherten Pfad, damit die neuen Elektrozüge ab 23. Februar wieder auf der Strecke verkehren“, heißt es in der Pressemitteilung. Das Ergebnis des Gesprächs sei „ein klares Bekenntnis des Herstellers, die Probleme mit höchster Priorität zu lösen und die geforderte Leistung zu erbringen.“
Betrieb der Schönbuchbahn seit Montag ausgesetzt
Nach anhaltenden technischen Problemen hatten zuletzt nur noch zwei Nexio-Züge zuverlässig zur Verfügung gestanden, Daraufhin stellte der Zweckverband den Bahnbetrieb am Montag ein. Seitdem verkehren allein Busse als Schienenersatzverkehr zwischen Böblingen und Dettenhausen.
Für die Fahrgäste seien die letzten Wochen eine enorme Belastung gewesen, so Landrat Bernhard. Dafür habe er im Gespräch mit CAF deutliche Worte gefunden. „Wir haben uns in einem ehrlichen Gespräch tief in die Augen geschaut, Tacheles geredet und konnten uns am Ende des gegenseitigen Vertrauens versichern“, wird Bernhard zitiert, „entscheidend ist, dass den Worten nun auch Taten folgen. Eine Wiederaufnahme des Zugbetriebs ist nur dann vertretbar, wenn die Fahrzeuge im Alltag zuverlässig einsetzbar sind.“
Dazu Marcus Brüning, Geschäftsführer von CAF Deutschland: „Im Namen von CAF möchte ich unser tiefstes Bedauern für die massiven Unannehmlichkeiten und die Enttäuschung der Fahrgäste auf der Schönbuchbahn zum Ausdruck bringen. Wir übernehmen die Verantwortung und sichern zu, den vorgelegten Maßnahmenplan mit aller Kraft umzusetzen. Ich setze mich persönlich dafür ein, dass wir das Vertrauen der Region zurückgewinnen und die modernen Züge künftig auch zuverlässig fahren.“
Konkrete Ergebnisse des Gesprächs:
- Die CAF habe die vom Landrat gesetzte Frist bis zum 23. Februar akzeptiert, heißt es in der Pressemitteilung. Bis dahin werde der Hersteller die für einen stabilen Halbstundentakt notwendigen sechs Fahrzeuge plus zwei weitere Züge als Betriebsreserve voll funktionsfähig bereitstellen. Damit stünden dann insgesamt acht Züge zur Verfügung, um einen verlässlichen Betrieb auf der Schiene im 30-Minuten-Takt zu gewährleisten. Für die Einhaltung des 15-Minuten-Taktes zwischen Böblingen und Holzgerlingen würden aber zunächst weiterhin Busse eingesetzt.
- Zudem leite CAF zur Stabilisierung der Situation ein breit angelegtes Maßnahmenpaket ein. Das Team vor Ort werde verdoppelt. Ein neuer erfahrener Instandhaltungsleiter sei benannt und bereits im Einsatz. Zudem würden Experten von anderen CAF-Standorten und aus dem Stammwerk in Spanien nach Böblingen beordert. Mit einer auf 18 Mitarbeiter verstärkten Mannschaft in der Werkstatt soll ab sofort in einem Zwei-Schicht-Betrieb gearbeitet werden.
- Der Fokus liege zunächst auf dem stabilen Halbstundentakt. Innerhalb eines Monats werde CAF dann Klarheit herstellen, bis wann die weiteren Fahrzeuge zur Verfügung gestellt werden können, die für den 15-Minuten-Takt auf der Schiene benötigt werden.
Landrat will CAF-Maßnahmen eng begleiten
„Wir werden die Umsetzung engmaschig kontrollieren“, kündigt Bernhard an. „Ich bin zuversichtlich, dass CAF mit den zugesicherten Maßnahmen dafür sorgt, dass unsere Schönbuchbahn endlich zuverlässig in Betrieb gehen kann.“ Vor dem 23. Februar werde man erneut zusammenkommen, um die Inbetriebnahme sicherzustellen.
Der Termin gründet sich auf eine Straßensperrung zwischen Weil im Schönbuch und Dettenhausen, die zu erheblichen Beeinträchtigungen des Schienenersatzverkehrs führen würde. Bis zum 23. Februar bleibt es beim SEV mit Bussen.