Nachdem die neue Schönbuchbahn zur Zeit wieder ausgefallen ist, erläutert das Landratsamt Böblingen in einer Mitteilung seine Entscheidungen.
Während die alten Dieselfahrzeuge der Schönbuchbahn zum Teil auf der Rurtalbahn im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen unterwegs sind, bekommt der Zweckverband Schönbuchbahn die neuen Elektrozüge der CAF nicht auf die Strecke. Jetzt hat das Landratsamt Böblingen eine Mitteilung veröffentlicht, in der es unter anderem die Gründe für die Fahrzeugbeschaffung beim spanischen Hersteller CAF darlegt.
Eisenbahnen seien zu schwer gewesen
Wie das Landratsamt darin mitteilt, habe es zum Zeitpunkt der Entscheidung im Jahr 2014 auf dem Markt kein passendes Standardfahrzeug für die Schönbuchbahn gegeben. „Eisenbahnen waren für die Anforderungen der Schönbuchbahn zu schwer, boten bei gleicher Länge weniger Sitzplätze und waren für höhere Geschwindigkeiten auf Hauptstrecken ausgelegt. Ihr Einsatz wäre ineffizient gewesen und hätte die Gleise stärker abgenutzt“, heißt es in der Mitteilung.
„Straßenbahnen dürfen schon aus rechtlichen Gründen die Strecke der Schönbuchbahn nicht befahren. Sie wären ohnehin zu langsam und hätten nicht zu den Dimensionen der vorhandenen Bahnsteige gepasst. Eine passgenaue Lösung war damals der einzig gangbare Weg, um das Verkehrskonzept umzusetzen. Die Entscheidung wurde nach sorgfältiger Abwägung aller Risiken getroffen. Aus einem rechtlich vorgeschriebenen, europaweiten Wettbewerb ging der spanische Hersteller CAF als wirtschaftlichster Anbieter hervor“, heißt es in der Mitteilung weiter.
Jahrelange Verzögerung
Angesichts der jahrelangen Verzögerung bei der Einführung des CAF-Züge und ihres jetzigen Totalausfalls hatten sich viele Bahnpassagiere gefragt, ob man nicht mit Dieseltechnik weiter gekommen wäre.
Darauf erwidert das Landratsamt: „Das hätte die Probleme sogar verschärft. Die eingesetzten Dieselzüge näherten sich dem Ende ihrer Lebensdauer, und wurden nicht mehr hergestellt. Neue Züge waren zu schwer und zu langsam. Ihr Einsatz hätte die Fahrzeit verlängert und den bestehenden 30-Minuten-Takt unmöglich gemacht. Ein Weiter so mit neuer Dieseltechnik hätte für mehr Geld ein langsameres und unattraktiveres Angebot bedeutet. Zudem hätten die Emissionen weiterhin die Anwohner entlang der Strecke belastet “, sagt das Landratsamt.
Man wollte das Angebot weiter entwickeln
Weil die Schönbuchbahn die zunächst angepeilte Fahrgastzahl von 2500 Passagieren täglich weit überschritten habe, sei damals ein dreiteiliger Plan beschlossen worden, um das Angebot weiter zu entwickeln, heißt es in der Mitteilung. Zwischen Böblingen und Holzgerlingen sollte ein 15-Minuten-Takt eingeführt werden, die Strecke wurde zweigleisig ausgebaut und darüber hinaus wurde sie elektrifiziert. Dahinter liege die Idee, dass elektrische Züge schneller beschleunigen als Dieselfahrzeuge. Diese Fahrdynamik sei zwingend nötig, sagt das Landratsamt, um den geplanten engen Fahrplan einzuhalten. Zudem sei der Elektroantrieb umweltfreundlicher und langfristig wirtschaftlicher.
Immerhin hat der spanische Hersteller CAF jetzt weiteres Personal in den Landkreis Böblingen beordert, das sich der Züge annehmen soll. Am Montag, 23. Februar, sollen die Züge wieder fahren.