Das Modell zeigt verschiedene Darmerkrankungen. Foto: Landratsamt Ludwigsburg

Am Samstag, 13. September, können sich Interessierte im Marstall Center in Ludwigsburg zum Thema Darmerkrankungen informieren und durch einen acht Meter langen Riesen-Darm gehen.

Jährlich erkranken rund 55.000 Menschen in Deutschland neu an Darmkrebs, wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen. Im Jahr 2023 starben in Deutschland zudem rund 24.100 Menschen an Darmkrebs. Die Krankheit gehört damit zu den drei häufigsten Krebsarten in Deutschland. Umso wichtiger, auf das Risiko hinzuweisen – auch an ungewöhnlichen Orten wie einem Einkaufscenter.

Am Samstag, 13. September, führen Ärztinnen und Ärzte des Gesundheitsdezernats des Landratsamts Ludwigsburg von 10 bis 20 Uhr Interessierte durch ein acht Meter langes begehbares Modell eines Darms. Er zeigt verschiedene Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Polypen, Darmkrebs sowie eine gesunde, normale Schleimhaut.

Ziel ist es, über Darmkrebs und die Vorstufen aufzuklären und die Früherkennung und Prävention zu fördern. Außerdem soll der Zugang zu Informationen, wie Materialien, Beratungsmöglichkeiten oder Ansprechpartnern erleichtert werden.

Zunehmend junge Menschen betroffen

„Inzwischen sind zunehmend auch junge Menschen zwischen 20 und 50 von Darmkrebserkrankungen betroffen“, sagt eine Sprecherin des Landratsamts Ludwigsburg. Das liege vor allem daran, dass jüngere Generationen vermehrt zu praktischen, stark verarbeiteten und oft ungesunden Lebensmitteln wie Fast Food und Fertiggerichten mit verarbeitetem Fleisch greifen. Diese enthalten wenig Ballaststoffe und können das Risiko für bösartige Zellveränderungen im Darm erhöhen.

Eine frühzeitige Erkennung kann Leben retten. Foto: IMAGO/Bihlmayerfotografie

Früherkennung rettet Leben

Bis zu 55 Prozent der Darmkrebserkrankungen gelten als vermeidbar, wenn Risikofaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und bestimmte Infektionen vermieden werden.

„Früherkennung rettet Leben. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können Darmkrebs frühzeitig erkennen oder sogar verhindern“, so die Pressesprecherin. Deshalb sei es entscheidend, die Bevölkerung zu sensibilisieren und über Präventionsmöglichkeiten zu informieren.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ab 50 Jahren

Die Darmkrebsvorsorge ist für alle Menschen ab 50 Jahren relevant. „Personen mit familiärer Vorbelastung oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sollten früher mit der Vorsorge beginnen.“ Ab 50 Jahren besteht ein Anspruch auf zwei Darmspiegelungen in einem Abstand von zehn Jahren, wenn die erste Untersuchung unauffällig war. Alle zwei Jahre kann ein Stuhltest durchgeführt werden.

Betroffene der Selbsthilfegruppe ILCO (Abkürzung der Darmabschnitte Ileum und Colon) stehen während der Aktion am Samstag von 13 bis 18 Uhr für Gespräche zur Verfügung – ganz egal, ob Interessierte Fragen zu Darmkrebs oder zum künstlichen Darmausgang haben.

Aufklärungsaktion zeigt Erfolge

Dass Aktionen wie diese durchaus Erfolg haben und Krankheiten verhindern können, zeigt eine Erfahrung vom Landkreisjubiläum 2023 – schon damals informierte das Landratsamt über die Gefahren des Darmkrebs.

„Nach der Aktion hatten wir Rückmeldungen von zwei Personen, die sich für die Aufklärung bedankt hatten“, berichtet die Sprecherin. Sie hatten sich nach der Veranstaltung für eine Darmspiegelung gemeldet. In beiden Fällen konnte eine Vorstufe von Darmkrebs festgestellt und entfernt werden.