Pianist Ull Möck (rechs) mit seiner Band: Axel Kühn (Bass), Michael Kersting (Drums) und Sängerin Lilly Thornton. Foto: Wolfgang Schmidt cf

Beim Jazz-Weekend im Orfeo-Kino in Fellbach-Schmiden präsentiert an diesem Freitag der Stuttgarter Pianist Ull Möck sein Beatles-Programm unter dem Titel: „Fab 4 go Blue Note“.

Vor sieben Jahren, im November 2018, war es im selben, tiefen Gewölbekeller noch ein Wettkampf auf Augenhöhe: „Beatles versus Rolling Stones“ nannte der Stuttgarter Pianist Ull Möck das Gastspiel mit seiner Band im Rahmen des damaligen Jazz-Weekends im Souterrain des Großen Hauses in Fellbach-Schmiden (Rems-Murr-Kreis).

Im Jahr 2025 nun hat eine dieser Giganten-Bands die Nase vorn: Die Waage schlägt eindeutig zugunsten der Fab Four aus Liverpool aus. Ausschließlich Songs von John Lennon und Paul McCartney sind zum Auftakt des jazzigen Wochenendes an diesem Freitag, 24. Oktober, um 20 Uhr zu hören, wenn Möck erneut mit seiner Combo auf Einladung des Kulturamts Fellbach in Schmiden gastiert.

Möcks erste Langspielplatte war „Help“

Zwischen den Zeilen zu lesen war im Interview mit unserer Redaktion schon 2018, dass Möck den filigranen Kompositionen der Beatles den Vorzug vor den eher kernigen, erdigen, rockigen und bluesigen Attitüden von Mick Jagger und Keith Richards gab.

Kein Wunder, denn tatsächlich war seine erste Langspielplatte, für die er 1972 sein Taschengeld ausgab, das Album „Help“ in der Hörzu-Ausgabe. „Die habe ich mit elf Jahren einem Schulfreund abgekauft“, erläuterte Möck, „fünf Mark wollte er dafür, das war damals ganz schön viel Geld; die LP habe ich natürlich heute noch im Plattenschrank.“

Zwar spielen nach seiner Einschätzung auch die Rolling Stones „in der Weltliga, und das seit 60 Jahren“. Und beide Bands sind „Giganten der Popgeschichte“. Doch die Beatles stehen für den 64-jährigen gebürtigen Stuttgarter Ull Möck eben doch ganz oben. „Wahrscheinlich haben die damals selbst gar nicht gewusst, wie gut ihre Musik ist, die wurden wohl selbst auch richtig überrascht von ihrer Schaffenskraft.“

Der Stuttgarter Jazz-Pianist Ull Möck gastiert am Freitag im Orfeo-Kino in Schmiden. Foto: Archiv

Der Abend in Schmiden steht unter dem Motto „Fab 4 go Blue Note“. Der Stuttgarter Jazzpianist und Arrangeur verneigt sich mit eigenen Bearbeitungen vor dem Werk der Pop-Titanen und übersetzt bekannte und weniger bekannte Songs aus dem Beatles Songbook in den Slang des Jazz und Souljazz der 50/60er Jahre, ein Stil, der bis heute zeitlos und innovativ erscheint.

Zwei CDs hat Möck von diesem Beatles-Projekt bereits veröffentlicht. Die neue, dritte Scheibe wird an diesem Abend in Schmiden vorgestellt. Mit dabei sind Möcks langjährige musikalische Weggefährten Axel Kühn (Bass), Michael Kersting (Drums) und Lilly Thornton (Vocals).

Am Samstag leidenschaftliche brasilianische Songs

Der zweite Teil des diesjährigen herbstlichen Fellbacher Jazz-Weekends im Orfeo-Keller folgt am Samstag, 25. Oktober 2025, um 20 Uhr mit Fauzia Maria Beg’s International Quarteto Brasil. Die Sängerin Fauzia Maria Beg, der italienische Gitarrist Lorenzo Petrocca, der israelische Bassist Yaron Stavi und der Saxofonist und Flötist Stefan Koschitzki vereinen ihre Leidenschaft für brasilianische Musik mit ihrer tiefen Verwurzelung im Jazz. Mit der CD „A Que Saudade“ erfüllt sich die Sängerin ihren Traum, eine CD nur mit brasilianischen Songs zu machen.

Die beiden Veranstaltungen finden im Orfeo-Keller im Großen Haus, Butterstraße 1, in Fellbach-Schmiden statt, Eintritt jeweils 20 Euro, für Schüler und Studierende 12 Euro. Karten gibt es im Vorverkauf beim i-Punkt im Rathaus Fellbach, Marktplatz 2, Telefon 0711/ 58 00 58.