Der Bach-Experte Hans-Christoph Rademann Foto: Martin Förster

Wie war’s bei der „Vision.Bach“ von Hans-Christoph Rademann und der Gaechinger Cantorey in der Christuskirche?

Da müssen sich allen Anwesenden die Nackenhaare aufgestellt haben, als sie am 30. Dezember 1725 in der Leipziger Thomaskirche erstmals das Chorstück „Nun lob, mein Seel, den Herren“ hörten: als diese schaurigen, dunklen, schmerzhaften chromatischen Aufwärtsgänge durch alle Stimmen erklangen, mit denen Johann Sebastian Bach das Wort „Sünd“ emotional aufgeladen hatte. Furchtsam-sehnsüchtig scheinen die einzelnen Stimmen nach Erlösung von ihren Missetaten zu streben. Wer wird da nicht an die eigenen Sünden gedacht haben? Bachs Botschaft aber ist klar: Sein Gott vergibt und tröstet alle Gläubigen – und alle Stimmen treffen sich am Ende wieder in reinstem C-Dur.

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