Aufstieg per Losentscheid: Die TSG Söflingen kann sich freuen. Foto: /Drofitsch/Eibner

Ob Loskapseln geeignet sind, um über den Aufstieg zu entscheiden, darüber lässt sich trefflich streiten.

Kreis Böblingen - Natürlich wäre es schön, wenn ein sportlicher Wettkampf über Sieg oder Niederlage, über Aufstieg oder Abstieg entscheidet. Gerade in der jetzigen Zeit ist dies aber in vielen Sportarten gar nicht möglich. Deshalb werden auch in dieser Spielzeit wieder Regularien außer Kraft gesetzt oder geändert.

In der Handball-Oberliga der Männer wurde es ganz skurril. Mittels zweier mit den Vereinsnamen gefüllten Plastikkapseln wurde über den Aufstieg in die 3. Liga entschieden. Ob ein Aufstieg für eine Mannschaft nach nur drei oder vier absolvierten Spielen gerechtfertigt ist, darf gerne ausdiskutiert werden.

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Man kann den Dachverband Handball-BW in gewisser Weise aber auch verstehen: Hier geht es um Spielerkarrieren, die nur eine begrenzte Zeit dauern und denen man nicht im Weg stehen wollte. Wenn dann sportliche Gründe zur Urteilsfindung herangezogen werden, ist dies noch nachvollziehbar. Ein Losentscheid hingegen hat weder mit Sport, noch etwas mit Fairness zu tun. Er wurde als letztes Mittel genutzt. Herrenbergs sportlicher Leiter Hansi Böhm nannte es eine „Farce“. Er meinte damit nicht die Entscheidung, Aufsteiger zu benennen, sondern dies per Auslosung zu tun.

Warum hat der Verband kein Machtwort gesprochen?

Trotzdem werden hier Vereine für Verdienste von vergangenen Jahren geehrt – die letzte Saison wurde ja nicht gewertet. Wenn man Neuhausen/Filder dies zugesteht, müsste das für die SG Köndringen/Teningen aber mindestens genauso gelten. Bis auf eine Ausnahme waren die Teninger schließlich immer besser oder sogar eine Klasse höher platziert als ihre Söflinger Sportkameraden, die nun jubeln dürfen. Warum Handball-BW hier im Vorfeld kein Machtwort gesprochen hat, bleibt unbeantwortet. Auch wenn es vielleicht der einfache Weg war – einen Gefallen hat sich der Dachverband mit der Lostrommel in seiner Außenwirkung sicher nicht getan.

Bemerkenswerte Sätze sprach zu diesem Thema im März Spielmacher Aaron Fröhlich vom TSB Schwäbisch Gmünd, nachdem sein Team die eigene Meldung zurückzog: „Ich glaube nicht, dass uns die Leistungen der letzten anderthalb Jahre dazu befähigen, einen Aufstieg zu forcieren. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob man einen Aufstieg über solch einen Weg überhaupt wahrnehmen möchte.“

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