Die Leiter des neuen Jugendtrauer-Treffs: Bernd Huber und Maren Heger Foto: privat

Das Hospiz Leonberg bietet ein neues Format an. Es richtet sich an trauernde Jugendliche zwischen 13 und 21 Jahren, die um einen nahestehenden Menschen trauern.

Das Hospiz Leonberg geht neue Wege in der Trauerbegleitung von Kindern und Jugendlichen. Mit einem neuen Konzept richtet sich der Ambulante Hospizdienst in der Trauerbegleitung nun auch gezielt an Jugendliche, die um einen geliebten Menschen trauern. Ziel ist es, dieser Altersgruppe Raum, Sprache und Methoden zu bieten, die ihrer Lebenswelt entsprechen.

„Jugendliche trauern anders“, sagt Daniela John, die Leiterin des Ambulanten Hospizdienstes Leonberg. „Sie stehen mitten in ihrer Entwicklung, sind oft hin- und hergerissen zwischen Rückzug und dem Wunsch nach Austausch – und genau da wollen wir ansetzen,“ so John. „Das neue Konzept splittet von nun an die Trauerbegleitung von Kindern und Jugendlichen, um spezifischer auf die jeweiligen Bedürfnisse einzugehen.“

Trauer-Treff: lachen, reden, chillen und auch traurig sein

Ein neu geschaffenes Format ist der Jugendtrauer-Treff, der sich an Jugendliche zwischen 13 und 21 Jahren richtet, die um einen nahestehenden Menschen trauern. „Jugendliche, die jemanden verloren haben, wissen häufig nicht wohin mit allem. Sie empfinden oft ein Wirrwarr an Gefühlen wie Wut, Schmerz, Leere, Hilflosigkeit, sie wollen aber trotzdem schöne und coole Dinge tun und Spaß haben,“ erläutert Maren Heger vom Ambulanten Kinder- und Jugendlichenhospizdienst. „Sie wollen mit anderen Jungs und Mädchen lachen, reden, chillen und manchmal auch traurig sein. Und da wollen wir diese Jugendlichen mit dem Jugendtrauer-Treff abholen,“ so die Systemische Kinder-, Jugendlichen- und Familien-Trauerbegleiterin. Zusammen mit Trauerbegleiter Bernd Huber leitet sie den neuen Treff, der an diesem Freitag, 14. November, um 16 Uhr in den Räumen des Hospiz in der Seestraße erstmals startet.

Zwei Jugendliche, die bereits in Leonberg bei der Trauerarbeit betreut wurden, können anderen aus eigener Erfahrung empfehlen, diese Hilfe in Anspruch zu nehmen. „Die Trauerarbeit hat mir über die schwere Zeit nach dem Tod meines Bruders hinweggeholfen. Ich war nicht allein mit meinem Gefühlschaos“, sagt ein junger Mann, der anonym bleiben möchte. Ein anderer meint: „Wir sind hier eine Schicksalsgemeinschaft. Hier kann man heulen, ohne dass es peinlich ist.“

Werkzeuge, um mit Sterben, Tod und Trauer umzugehen

Für Kinder bis 13 Jahre bietet das Hospiz Leonberg weiterhin die Gruppe Sunshine-Kids an. Einmal im Monat treffen sich hier Kinder in Trauer oder Vortrauer, bei denen ein Familienmitglied lebensverkürzend erkrankt oder bereits verstorben ist. „In der Gruppe Sunshine Kids geben wir den Kindern Werkzeuge an die Hand, damit diese lernen, mit Sterben, Tod und Trauer umzugehen. Das läuft über unterschiedlichste Ausdrucksformen, sowohl sprachlich, kreativ, künstlerisch als auch spielerisch,“ beschreibt Daniela John das Konzept der Sunshine-Kids.

Angebot für Jugendliche

Treff
Jeweils freitags, einmal im Monat, findet der Jugendtrauer-Treff im Hospiz Leonberg, 2. Obergeschoss in der Seestraße 84 statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung per Mail an maren.heger@hospiz-leonberg.de oder per Handy/ WhatsApp 0160 /98 18 35 72.

Termin
Die nächsten Termine für den Jugendtrauer-Treff sind 14. November, 12. Dezember, 9. Januar 2026, 6. Februar, 6. März, 17. April, 22. Mai und 19. Juni, jeweils von 16 Uhr bis 19 Uhr.