29 Künstler zeigen ihre Werke in der großen Jahres-Werkschau. Foto: Brigitte Hess

Im Kunst-Werk in Fellbach wird am 1. Dezember die Jahresausstellung eröffnet. Die Künstler zeigen Bilder, Fotografien, Skulpturen und mehr.

Wenn man so will, ist Claus Staudt, Vizevorsitzender des Vereins Kunst-Werk Fellbach, auf den Hund gekommen. „Meine Eltern hatten schon vor Jahren Französische Bulldoggen, und sie baten mich, die Tiere als Skulptur zu verewigen“, erzählt er. Zunächst aus Gips modelliert und dann aus Holz gehauen sind jetzt die imposanten, übergroßen Köpfe der Hunde Blickfang im großen Ausstellungssaal im Kunst-Werk.

65 Künstler sind Vereinsmitglieder, 29 von ihnen zeigen ihre Werke in der großen Jahres-Werkschau. Weder das Format noch ein Thema waren vorgegeben, nicht einmal jahresaktuell mussten die Werke sein: „Einzige Bedingung war, dass die gezeigten Arbeiten noch niemals in Fellbach ausgestellt wurden“, sagt Claus Staudt.

Die Ausstellung ist höchst lebendig

Ein Schmankerl wurde für die im Vorstand ehrenamtlich tätigen Mitglieder genehmigt – sie durften sozusagen als kleine Belohnung für ihr Wirken statt einem auch zwei oder drei Werke bringen. Die Ausstellung ist höchst lebendig: Dramatik, Witz, Ironie, Mystik und glasklarer Realismus begegnen dem Betrachter. So hat Anita Dietrich in ihrem Triptychon „Körperabschnitt I, II und III“ ganz sachlich und gegenständlich eine Schöne im roten Kleid gemalt. Bild zwei und drei zoomen einzelne Bildausschnitte und Details heran.

Siegfried Groß präsentiert höchst plakativ eine Familie grafischer Quadratschädel, und Siegfried Schnell hat – sozusagen mit ironischem Blick auf sich selbst und sein Werk – zwei seiner Gemälde auf Briefmarkengröße verkleinert und serviert sie gemeinsam in einem gerade mal zehn mal zehn Zentimeter-Rahmen.

Gegenständlich, abstrakt oder beides gemischt? Für Letzteres haben sich Liane Köhnlein mit ihrem Frauenporträt im Farbendschungel und Susanne Will-Khayar mit einem Bambi, dessen Kopf fotorealistisch gemalt, der Körper jedoch wie im Farbnebel sich auflösend verschwimmt, entschieden. Die Werke erzählen Geschichten oder stellen Fragen. Und die Antworten finden sich im Blick und Empfinden des Betrachters. Der kommt bei den Fantasiewesen halb Mensch, halb Tier von Claudia Kraml vollends ins Sinnieren: Was haben uns diese mystischen Fabelwesen zu sagen? Mit großen sanften Augen, umflort von ellenlangen Wimpern schauen die Mischwesen zwischen Mensch und Hase oder Mensch und Pferd melancholisch direkt ins Herz des Betrachters.

Das Ehepaar Ursula und Dietmar Thiele-Zoll malt gemeinsam, surrealistisch wirkt ihre ganz in Grautönen gehaltene Arbeit „Erscheinung“, die den Blick über strömendes Wasser und am Seil baumelnde Figuren durch einen Torbogen ins Unendliche einer anderen Welt zieht.

Witzige Schamanen-Porträts

Ein „Neuzugang“ im Verein und zum ersten Mal bei der Jahresausstellung im Kunst-_Werk dabei ist Birgit Heumüller. Aus Holzfundstücken hat sie geheimnisvoll-witzige Schamanen-Porträts geschaffen sowie eine Hummerschere und ein paar golden angemalte Holzstücke zu einem „Scherenmann“ verwandelt.

Es ist eine höchst abwechslungsreiche Ausstellung mit Pfiff. Sie wird am Freitag, 1. Dezember, um 19 Uhr eröffnet. Die Einführungsrede hält Claus Staudt, musikalisch umrahmt Florian Vogel. Wer näher in Kontakt zu den Künstlern treten möchte, sollte sich den Sonntag, 3. Dezember, vormerken. Da laden die Künstler im Kunst-Werk zu einem Tag der offenen Ateliers ein.

Öffnungszeiten der Ausstellung in der Galerie im Kunst-Werk, Schorndorfer Straße 33: An den kommenden drei Adventswochenenden sowie am Samstag, 23. Dezember, und am Wochenende, 6. und 7. Januar, jeweils von 14 bis 18 Uhr.