Auf den Ludwigsburger Weihnachtsmarkt kommen viele internationale Gäste. Wie empfinden sie die Stimmung dort? Wie schmeckt ihnen der Glühwein? Ein Rundgang mit einer Japanerin, einer Inderin und einer Britin.
Hunderttausende Besucher kommen alljährlich zum Barock-Weihnachtsmarkt nach Ludwigsburg. Darunter sind viele Einheimische und Menschen, die aus der Region stammen. Aber es sind auch viele Gäste aus dem Ausland. Wer ein bisschen lauscht, hört sie schweizerdeutsch, englisch, spanisch oder italienisch über den Markt und sein Angebot sprechen – und zumeist schwärmen. Was zieht Menschen aus dem Ausland auf den Ludwigsburger Weihnachtsmarkt?
Zwei Tage lang war eine Gruppe von internationalen Journalistinnen in der Stadt. Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) hatte die Damen aus aller Welt auch nach Ludwigsburg gebracht. Dort ging es, begleitet von Elmar Kunz, dem stellvertretenden Geschäftsführer von Tourismus und Events, zu den Leuchtenden Traumpfaden, ins Schloss, durch die Stadt und – natürlich – ausgiebig auf den Weihnachtsmarkt.
Fareeda Kanga aus Indien
Es ist Freitagabend auf dem Barock-Weihnachtsmarkt. Fareeda Kanga betrachtet lächelnd die kleinen Püppchen und Engelchen an einem Stand neben der Bühne in der Mitte des Ludwigsburger Marktplatzes. Die Inderin mag die vielen Kunsthandwerker-Stände. Und den Weihnachtsmarkt sowieso. „This market is a hidden jewel“, sagt sie, ein „verstecktes Juwel“. Die Atmosphäre sei toll, die Dekoration sehr unüblich und schön, die leuchtenden Engel riesig und majestätisch.
In Indien gibt es keine Weihnachtsmärkte, berichtet die 50-Jährige. Grundsätzlich reisen die Inder gerne nach Europa, aber meist im Sommer. „Wer abenteuerlustiger ist, geht im Winter.“ Und hat als Bonus den einen oder anderen Weihnachtsmarkt auf dem Programm. „Nice and cold“, also hübsch und kalt findet es Fareeda Kanga hier. Sie ist in Mumbai andere Temperaturen gewohnt. Zum Glück gibt es heißen Glühwein und Punsch, beides findet sie sehr gut. Ebenso wie Wurst und Sauerkraut: „I love it.“
Shie Iwasa, Japan
Vom Glühwein ist auch Shie Iwasa ganz begeistert. Fröhlich pustet sie in ihre Tasse. „Aber ganz schön viel los hier“, sagt die Japanerin. Sie freut sich schon auf den etwas gemütlicheren Bummel über den Ludwigsburger Weihnachtsmarkt am Samstagmittag.
Shie Iwasa hat durchaus Weihnachtsmarkt-Erfahrung. „In Japan sind sie aber sehr kommerziell.“ Auch den Markt in Frankfurt hat sie schon besucht. „Das war nett, aber eher langweilig“, fand die Frau aus Tokyo. Der Ludwigsburger Barock-Weihnachtsmarkt punktet für sie durch seine vielen Farben, die leuchtenden Engel und die vielen lustigen lokalen Dinge, die in den Buden angeboten werden. Sogar das Design der Glühwein-Tassen hat es ihr angetan. „Wirklich hübsch und für nur zwei Euro zu haben.“
Lynne Coates, Großbritannien
Praktisch, dass der Käsestand gleich am Eingang des Ludwigsburger Weihnachtsmarktes ist. Lynne Coates hatte tags zuvor auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt Raclette probiert und war begeistert. Daran würde die Vegetarierin am Samstag auf dem Ludwigsburger Weihnachtsmarkt gerne anknüpfen.
Aber erst einmal will sie sich alles auf und rund um den Marktplatz anschauen, sie liebt das Setting. Und sie will viele Fotos machen: Von Schaffell-Schuhen, Christstollen, den Engeln, der Statue von Herzog Eberhard Ludwig und der Glühwein-Tasse. Der strahlend blaue Winterhimmel über Ludwigsburg ist perfekt dafür. „Lovely!“