Die Herrenberger Mehrzweckhalle steht jetzt als Anschlussunterbringung für Geflüchtete aus der Ukraine zur Verfügung. Foto: Eibner-Pressefoto/Tabea Guenzler/ 

Um aus der Ukraine geflüchtete Menschen in Herrenberg unterzubringen, wurde die Mehrzweckhalle in der Seestraße zur Anschlussunterbringung umfunktioniert. In den vergangenen zwei Wochen kamen die ersten Menschen in der Unterkunft an.

Die Mehrzweckhalle in der Seestraße dient jetzt als Anschlussunterbringung für Geflüchtete aus der Ukraine. Bisher verläuft der Betrieb der Halle laut Stadtverwaltung reibungslos.

In der Halle wurden Kabinen aus dem Messebau als Wohneinheiten aufgebaut, in denen jeweils vier bis sechs Personen Platz finden. Neben Verpflegungsmöglichkeiten, sechs Sanitärcontainern mit Toiletten und Duschen, Waschbereichen und Spielbereichen stehen auch Isolierbereiche für Corona-Erkrankte zur Verfügung. Zur Beheizung der Halle wurde ein separates Heizsystem eingebaut. Das teilt die Stadt mit.

156 Betten stehen zur Verfügung

Aktuell leben 47 ukrainische Geflüchtete in der Mehrzweckhalle: sowohl Familien mit Kindern als auch Alleinreisende. In den nächsten Wochen erwarte die Stadtverwaltung rund 40 weitere Personen. Insgesamt gibt es in der Halle 156 Betten. Damit Familien und Bekannte sich die Kabine nicht mit Fremden teilen müssen, werden diese voraussichtlich nicht vollständig belegt.

Neue Mitarbeiterin in der Sozialarbeit

„Wir sind bisher sehr zufrieden, wie die Unterbringung der Menschen in der Halle angelaufen ist“, sagt Laura Stephan. Laut der Leiterin der Sozialen Dienste in Herrenberg könne man mit den seit der Sommerpause getroffenen Maßnahmen den Menschen eine sichere und gut organisierte Unterkunft in Herrenberg bieten.

Begleitet werden diese unter anderem von Karola Knab, die seit Kurzem als Fachkraft in der Flüchtlingssozialarbeit der Stadtverwaltung tätig ist. Zu ihren Aufgaben gehört die umfassende soziale Beratung. „Ich vermittle den Bewohnerinnen und Bewohnern beispielsweise geeignete Hilfsangebote, Kontakte zu Fachdiensten oder zu Haus- und Fachärzten“, berichtet sie. „Es ist wichtig, eine Vertrauensbasis für die Menschen zu schaffen und auf ihre Bedürfnisse einzugehen“, sagt Karola Knab.

Heimleitung wird in Bälde eingesetzt

Organisatorische Unterstützung für die ersten Tage

Ergänzt wird das Team durch Leah Stange, die zu 20 Prozent die Sozialarbeit in der Mehrzweckhalle unterstützt. In Kürze sollen eine weitere Sozialarbeiter-Stelle geschaffen und eine Heimleitung eingesetzt werden.

In den ersten Tagen warten organisatorische Termine auf die Geflüchteten, so beim Landratsamt, um Leistungen zu beantragen oder bei der Bank, wo sie eigene Konten eröffnen. Um Sprachbarrieren zu überbrücken, werden sie von zwei ukrainisch-sprachigen Dolmetscherinnen begleitet.