Referentin Gudrun Silberzahn-Jandt Foto: © Rometsch

Erinnerung an zwei Frauen aus Herrenberg

Anlässlich des Holocaustgedenktags findet am Montag, 26. Januar, um 18:30 Uhr ein öffentlicher Gedenkvortrag in der Spitalkirche Herrenberg statt. Unter dem Titel „Als lebensunwert klassifiziert. Zwei Frauen aus Herrenberg – von der Anstalt Stetten zur Ermordung nach Grafeneck“ rückt der Abend zwei bislang wenig bekannte Opfer der nationalsozialistischen Gewaltverbrechen in den Mittelpunkt.

Klara Wagner, geb. in Gültstein, und Charlotte Hahn, geb. in Reusten, verbrachten mehrere Jahre in der Heil- und Pflegeanstalt Stetten. Aufgrund ihrer Behinderung wurden sie von den Nationalsozialisten als „lebensunwert“ eingestuft und im Herbst 1940 in der Tötungsanstalt Grafeneck ermordet.

Der Vortrag beleuchtet ihre Lebenswege, die Bedingungen in der Anstalt Stetten sowie die systematische Entrechtung und Ermordung von Menschen mit Behinderung im Rahmen der sogenannten „Aktion T 4“.

Referentin des Abends ist Dr. Gudrun Silberzahn-Jandt, Referentin beim Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Sie forscht zu Regionalgeschichte, Gender Studies und NS-Geschichte und hat zahlreiche Veröffentlichungen zu diesem Themenfeld vorgelegt. Unter anderem ist sie Autorin des Buches „Esslingen am Neckar im System von Zwangssterilisation und ‚Euthanasie‘ während des Nationalsozialismus“.

Der Gedenkabend wird von dem Stadtarchiv in Kooperation mit dem Kulturkreis und der Evangelischen Erwachsenenbildung veranstaltet. Es ist ein Beitrag zur lokalen Erinnerungskultur und eine Mahnung, die Opfer nicht zu vergessen und die historischen Zusammenhänge sichtbar zu machen.

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