Helmut Noë (l.) nimmt die Auszeichnung von Thomas Strobl entgegen. Foto: Stefanie Schlecht

Helmut Noë aus Leonberg hat sich über Jahrzehnte ehrenamtlich engagiert. Für seine besonderen Dienste zeichnete ihn Thomas Strobl am Donnerstagabend aus.

„Gentlemen und Grandseigneur der Kommunalpolitik“, „Urgestein“ in eben diesem Feld und „Galionsfigur, die über den Landkreis hinaus strahlt“: Am Donnerstagabend wurde Helmut Noë mit vielen Ehrentiteln bedacht. Anlass dafür gab die Verleihung der Staufermedaille durch den stellvertretenden baden-württembergischen Ministerpräsidenten und Innenminister Thomas Strobl im Rahmen einer Feierstunde, zu der der Landkreis Böblingen in die Mensa des Kaufmännischen Berufschulzentrums Böblingen geladen hatte. Musikalisch umrahmt wurde diese von drei Sängerinnen des Böblinger Kammerchors.

Mit dieser Verdienstmedaille werden Menschen ausgezeichnet, die sich über viele Jahre hinweg ehrenamtlich für das Gemeinwohl in Baden-Württemberg engagiert haben. Mit Blick auf das über Jahrzehnte währende Engagement Helmut Noës – nicht nur in der Kommunalpolitik, sondern auch in sozialen und umweltschutzpolitischen Bereichen – könne „kein Zweifel bestehen“, dass diese Ehrung wirklich verdient sei, unterstrich der CDU-Politiker.

Helmut Noë brachte sich in zahlreichen Vereinen aktiv ein

Insgesamt 36 Jahre – von 1988 bis 2024 – gehörte Noë dem Kreistag an. Davon war er 32 Jahre lang Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion und zweiter stellvertretender Vorsitzender des Kreistags. Zudem vertrat er von 1999 bis 2024 die Interessen des Landkreises Böblingen in der Regionalversammlung des Verbands Region Stuttgart. Vor dem Hintergrund, dass sich der gebürtige Haigerlocher auch noch als Erster Vorsitzender sowohl im Förderverein Krankenhaus Leonberg als auch im Förderverein der Jugendmusikschule Leonberg engagiert, dem Stiftungsrat des dortigen Hospizes angehört, Mitglied im Lions Club Leonberg, im Höfinger Obst- und Gartenbauverein sowie im dortigen Heimat- und Kulturverein und in der Umweltgruppe „Schlammbrüder“ im Bürgerverein Eltingen ist, nennt ihn Strobl „ein Paradebeispiel für zivilgesellschaftliches Engagement“.

Der Innenminister hob die Bedeutung der Kommunalpolitik als „Fundament unserer Demokratie“ hervor. Deshalb sei „dieses leidenschaftliche und ehrenamtliche Engagement“ über viele Jahre, für das Helmut Noë stehe „wie nur wenig andere“, so wichtig. Er habe ihn kennengelernt als jemanden, der wusste, dass gute Politik nur mit der Kraft des Kompromisses gelinge. Der heute 82-Jährige habe mit seinem „ausgleichenden Wesen“ immer dazu beigetragen, dass gute Kompromisse hätten gefunden werden können, die unterschiedliche Interessen austariert hätten. Dabei sei es ihm „immer gut gelungen“, unterschiedliche Lebens- und Berufserfahrungen sowie Ansichten zu integrieren und zusammenführen.

Sabine Kurtz: Noë hat stets sachlich argumentiert

Auch Landrat Roland Bernhard hob bei der Begrüßung hervor, dass Helmut Noë als „Ideengeber und Gestalter mit profundem Sachverstand den Landkreis in herausragender Weise geprägt hat“. Unter anderem habe er am Ausbau der Krankenhäuser, an der Erweiterung der Beruflichen Schulen, am Bau des Restmüllheizkraftwerkes und an der Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs mitgewirkt, blickte er zurück.

Dabei sei er immer perfekt vorbereitet gewesen, erinnerten sich sowohl der Landrat als auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Marc Biadacz. Dieser unterstrich zudem, dass er von Helmut Noë gelernt habe, wie wichtig es sei, Entscheidungen mit Argumenten zu versehen, um Akzeptanz zu schaffen.

Helmut Noë (2.v.l.) mit seiner Frau Rosemarie und seinem Sohn Philipp (r.) sowie Thomas Strobl. Foto: Stefanie Schlecht

Diesen Umstand griff auch Sabine Kurtz, die für die CDU im Landtag sitzt und Staatssekretärin im Ministerium für Ernährung, Ländlicher Raum und Verbraucherschutz ist, auf: Der heute 82-Jährige habe damit, dass er stets auf Basis akkurater Zahlen, Daten und Fakten sachlich argumentiert habe, den „politischen Stil der CDU in Leonberg, im Landkreis Böblingen und weit darüber hinaus geprägt“.

Warum sich den zweifachen Familienvater, dessen kommunalpolitische Laufbahn 1975 in Leonberg als Ortsvorsteher des Stadtteils Höfingen begann, bevor er 1993 Bürgermeister wurde und von 2001 bis 2009 Erster Bürgermeister in Leonberg war, in diesem großen Ausmaß engagiert hat, brachte er selbst zum Schluss seiner Dankesrede auf den Punkt: „Ehrenamt ist keine Pflicht, Ehrenamt ist Glück und Erfüllung.“