Mario Voigt, Chef der CDU-Landtagsfraktion in Thüringen, hält an Maaßen fest. Foto: imago images/Karina Hessland

Der thüringische CDU-Fraktionschef Mario Voigt sieht bei der Nominierung des ehemaligen Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen für den Bundestag kein Problem.

Berlin - Der Chef der CDU-Landtagsfraktion in Thüringen, Mario Voigt, hat die umstrittenen Nominierung von Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen als Bundestagskandidat verteidigt. Zur Volkspartei CDU gehörten Angela Merkel und Friedrich Merz, „aber eben auch ein Herr Maaßen“, sagte der Spitzenkandidat der Thüringer Union für die Landtagswahl am Dienstag in Berlin.

Wenn diese Integration innerhalb des Pluralismus in der Gesellschaft nicht gelinge, werde das Meinungsspektrum sehr eng, „und dann werden die Bindungs- und die Fliehkräfte zu groß“. In Thüringen wird am 26. September zeitgleich mit der Bundestagswahl ein neuer Landtag gewählt.

„Ich habe keinen Grund, daran zu zweifeln“

Das demokratische Spektrum ende rechts von der Union, sagte Voigt. „Genau aus dem Grund, finde ich, müssen wir auch so etwas hinbekommen, diese Brandmauern gegen die AfD zu ziehen“. Im Landesverband sei es Konsens, dass die AfD neben der Linken der politische Hauptgegner sei. Es bemesse sich „im Promillebereich, wo es Leute gibt, die da irgendein anderes Gefühl haben“.

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Maaßen habe seine Abgrenzung zur AfD mehrfach auch öffentlich deutlich gemacht - „ich habe keinen Grund, daran zu zweifeln“. Dass Maaßen versuche, Leute aus dem Lager der Nichtwähler oder von der AfD zurückzugewinnen, müsse die Union hinkriegen. „Wenn uns das nicht gelingt, dann lassen wir substanzielle Wähleranteile außen vor“, sagte Voigt.

Viele umkämpfte Wahlkreise im Osten

Voigt stellte sich hinter die Kanzlerkandidatur von CDU-Chef Armin Laschet, obwohl der Landesverband in Thüringen eher für Söder gewesen sei. Bei der Bundestagswahl werde es darum gehen, wer inhaltlich und personell die „Sprache der Zukunft“ spreche. Laschet sei dafür der richtige Kandidat, „weil er ein Brückenbauer ist“.

Der NRW-Ministerpräsident habe bei einer Videoschalte mit dem Landesvorstand und den Kreisvorsitzenden gut punkten können. Jemand, der den Strukturwandel in Nordrhein-Westfalen gut bewältigt habe und die Probleme sehe, habe auch ein Verständnis für die Anforderungen in den neuen Ländern.

Der Osten werde mit den vier Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt am 6. Juni sowie in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen zusammen mit der Bundestagswahl am 26. September auch im Bundestagswahlkampf eine große Rolle spielen, sagte Voigt. Wahlen würden zwar nicht alleine im Osten gewonnen, sie könnten aber im Osten verloren werden. Ein Großteil der eng umkämpften Wahlkreise der Union liege in den Ost-Bundesländern.

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