Gorilladame Uni ist Uroma und hat eine Förderin. Foto: Wilhelma

Seit 15 Jahren hat eine Gorilla-Dame in der Stuttgarter Wilhelma eine Förderin. Sie hat nun ihre Patenschaft verlängert.

Die Gorilla-Dame Undi im Stuttgarter Zoo ist schon 53 Jahre alt und längst Uroma. Sie hat allein in der Wilhelma sechs Gorillakindern das Leben geschenkt. Auf die betagte Affen-Dame wird besonders aufgepasst: Seit dem Jahr 2010 ist das Radiologiezentrum Stuttgart Pate von Undi, teilt die Wilhelma mit. In diesem Sommer nun wurde die Patenschaft um ein weiteres Jahr verlängert. Die Fachärztin des Radiologiezentrums Stuttgart, Ann-Marie Tomm, nahm die Übergabe der neuen Patenschaftsurkunde zum Anlass, den Gorillas der Wilhelma einen Besuch abzustatten.

Ann-Marie Tomm erhält von Direktor Thomas Kölpin die Pateschaftsnurkunde für Undi. Foto: Wilhelma

Tomm erklärte, dass sie sich als Praxis mit Herz verstehen, auch für die Tiere in der Wilhelma. Zoodirektor Thomas Kölpin zeigte sich dankbar für das langjährige Engagement: „Die Tierhaltung bei uns in der Wilhelma entwickelt sich kontinuierlich weiter. Die mit Patenschaften erzielten Mittel helfen uns sehr dabei, unsere Ziele umzusetzen“, sagte er.

Flachlandgorillas leben in Westafrika

Bei den Gorillas in der Wilhelma handelt es sich um eine achtköpfige Gruppe Westlicher Flachlandgorillas. Den natürlichen Lebensraum dieser Menschenaffen bilden die tropischen Regenwälder im äquatorialen Westafrika. Die Weltnaturschutzunion IUCN geht dort zwar noch von rund 300.000 Tieren aus. Aufgrund der hohen Nachfrage nach sogenanntem Bush Meat wird der Art allerdings von Wilderern massiv nachgestellt, berichtet der Stuttgarter Zoo.

Die Holzwirtschaft, die Anlage von Ölpalmen-Plantagen und der Bergbau sowie die für diese Zwecke angelegten Straßen zerstören den Lebensraum der Gorillas und bilden weitere Einfallschneisen für Wilderei. Auch Krankheiten wie das Ebola-Virus stellten eine große Bedrohung für den Westlichen Flachlandgorilla dar und hätten Teilpopulationen bereits erheblich dezimiert. Die Art gelte daher als vom Aussterben bedroht.

Undi ist seit 1973 in der Wilhelma

„Den Erhaltungszuchtprogrammen in wissenschaftlich geführten Zoos kommt daher eine wichtige Aufgabe zu“, sagt Kölpin. So habe auch Gorilladame Undi bereits zum Gedeihen des Europäischen Ex-Situ-Programms beigetragen. Undi kam 1973 – wie es damals üblich war – als Wildfang in die Wilhelma, berichtet Kölpin. Sie zog in der Wilhelma sechs Jungtiere groß. Ihre Nachkommen leben allerdings nicht in Stuttgart, sondern in Zoos in Spanien und Schweden. So stelle der koordinierte Austausch mit anderen zoologischen Einrichtungen sicher, dass die genetische Vielfalt in der Reservepopulation erhalten bleibe.