Lena Zimmerer und Gregorio Fellachidis haben das Pasti mit viel Herzblut aufgebaut. Foto: Stefanie Schlecht

Das Betreiberpaar hat die neue Café-Bar vor einem Jahr euphorisch eröffnet, nach nur einem Jahr ist bereits wieder Schluss. Der Wirt spricht überraschend offen über die Gründe.

Am Sonntag haben Lena Zimmerer und Gregorio Fellachidis zum letzten Mal im Pasti Cappuccino, Cocktails, Omelette und Kaiserschmarrn serviert, seitdem hat die Café-Bar geschlossen. Ein bisschen Wehmut schwingt mit, wenn Gregorio Fellachidis in einem Video auf Instagram davon spricht, dass er sich freue, „dass ich ein Teil sein durfte in diesem wundervollen Ort“. Das Aus sei „schneller als geplant“ gekommen.

Ziemlich genau vor einem Jahr, im Februar 2025, hatte Fellachidis zusammen mit seiner Frau Lena Zimmerer das Pasti eröffnet. Mit viel Herzblut hatten die beiden die Café-Bar in dem frisch renovierten, denkmalgeschützten Fachwerkhaus im Ortskern von Holzgerlingen herausgeputzt, Deko gebastelt, Tische abgeschliffen und sich mit Gästen unterhalten, um herauszufinden, was genau im Ort gewünscht wird.

Schneller als gedacht ist Schluss mit dem Café Pasti. Foto: Stefanie Schlecht

Café Pasti in Holzgerlingen: Gäste bedauern das Aus

Herausgekommen war ein kunterbunter Mix an kleinen Gerichten und Getränken, die das Betreiberpaar und ihre Gäste gerne mochten. Bei den Gästen kam das gut, viele bedauern das Aus des Lokals. „Einfach super schade, wir waren gerne bei euch, ihr habt Holzgerlingen bereichert“, schreibt ein ehemaliger Gast auf Instagram, ein anderer: „Schade, es war schön bei euch.“

Gregorio Fellachidis nennt verschiedene Gründe für das Aus. Zum einen sei es ihm nicht gelungen, das ganze Haus zu bespielen wie ursprünglich geplant. Außer dem Pasti im Erdgeschoss hätten im ersten Stock Veranstaltungen stattfinden sollen, im zweiten Kurzzeitvermietungen. „Das konnte ich nicht so umsetzen, wie ich wollte“, sagt der Gastronom. Ein zweiter Grund sei, dass er seinen Herd vermisse.

Im Café Pasti gab es nur kleine Gerichte

Im Pasti bereitete er nur kleine Gerichte zu, größer zu Kochen gab die Küche nicht her. „Ich bin leidenschaftlicher Koch, das hat mir hier gefehlt“, sagt Fellachidis, der jahrelang die italienische Pastaria Dolce Vita in Herrenberg betrieben hatte.

Und noch ein Grund spielte in die Entscheidung hinein: Der Spagat zwischen zwei Betrieben. In Herrenberg betreibt das Paar zusätzlich das Marktcafé. Der Spagat sei ihm nicht geglückt, räumt Fellachidis offen ein. „Ich habe gemerkt, dass meine Delegierfähigkeiten hierfür nicht ausreichen“, sagt der italienisch-griechische Schwabe. Das wolle er im kommenden Sommer nicht noch einmal so machen.

Café Pasti in Holzgerlingen – Spagat zwischen Betrieben und Familie

Ferner nennt der Wirt die tägliche Herausforderung, neben den beiden Betrieben auch noch vier Kinder, davon zwei Kleinkinder zu betreuen.

In seinem Fazit schwingt wieder Wehmut mit: „Es war eine tolle Zeit. Ich habe alles gegeben, manchmal auch darüber hinaus. Es hat nicht gereicht, ich muss hier an mir arbeiten“, sagt er offen. „Am Ende lag es an mir und an ein paar kleinen Umständen.“ Gäste, die noch Gutscheine besitzen, lädt er ein, sich über Instagram bei ihm zu melden.

Wie es mit den Räumen weitergeht, ist noch offen. Der Vermieter Michael Krauß hat selbst erst vor ein paar Tagen von der Betriebsaufgabe gehört. Er habe schon ein paar Ideen, sagt Krauß, vermutlich werde wieder Gastronomie einziehen oder Feinkost. Keinesfalls wolle er eine Versicherung oder ähnliches in dem denkmalgeschützten Gebäude, das er mit viel Aufwand saniert hat. Das alte Haus zu erhalten und behutsam zu beleben ist ihm eine Herzensangelegenheit.