Hemmingens Bürgermeister Thomas Schäfer hat mit dem Förderbescheid nun schwarz auf weiß, dass seine Gemeinde für den Ausbau der Ganztagsbetreuung Unterstützung vom Land bekommt.
Was war der Hemminger Bürgermeister Thomas Schäfer (CDU) sauer, als vor etwas mehr als einem Jahr bekannt wurde, dass „die gesetzlich vom Bund eingeführte Ganztagsbetreuung an Grundschulen natürlich nicht durchfinanziert ist“ – verbunden mit der Ankündigung, dass das Los entscheiden soll, welche Kommune in Baden-Württemberg für den Ausbau von Betreuungsplätzen einen Teil der limitierten Fördermittel bekommt. Zumal die Strohgäu-Gemeinde zu diesem Zeitpunkt schon lange ein genehmigtes Baugesuch zur Erweiterung des Horts um 50 auf 150 Plätze griffbereit hatte.
Nun, da diese laut Schäfer „in den letzten Zügen ist“, gibt es erfreuliche Neuigkeiten, über die der Rathauschef im sozialen Netzwerk Facebook berichtet: Sowohl der Förderbescheid für die Erweiterung des Horts als auch der für den Umbau der Gemeinschaftshalle, um dort künftig eine entsprechend große Mensa zu haben, seien „endlich“ eingetrudelt, schreibt Thomas Schäfer: Die Finanzspritze beträgt rund 1,6 Millionen Euro beziehungsweise für die Halle knapp 293 000 Euro.
Die Zuschüsse kommen in Häppchen
Dennoch, ein „kleiner Wermutstropfen“ bleibe, so Schäfer: Vorfinanzieren muss die Gemeinde ihre beiden Projekte trotzdem, denn das Geld wird häppchenweise ausgeschüttet: Bis Ende des Haushaltsjahrs 2026 fließen 40 Prozent der Fördersumme, 20 Prozent folgen im Jahr darauf, und der Rest kommt vom Haushaltsjahr 2028 an.
Vergangenen September, blickt der Bürgermeister in seinem Facebookpost zurück, „kam dann auch in Stuttgart die Erkenntnis an, dass so ein Gebaren, die Kommunen einmal mehr zu einer Aufgabe zu zwingen und diese nicht zu finanzieren, nicht sein kann“. Es sei umgeschwenkt worden – und das Finanzministerium im Land habe einen Finanzierungsplan erstellt. Dem vorausgegangen waren massive Proteste durch den Gemeinde- und den Städtetag sowie von zahlreichen Bürgermeistern.
Mehr Hortplätze haben Konsequenzen
Die Gemeinde Hemmingen hat früh reagiert, um den bundesweit geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an der Grundschule vom Schuljahr 2026/2027 an zu erfüllen. Die Erweiterung des Horts kostet sie insgesamt etwa zwei Millionen Euro. Mehr Plätze im Hort bedeuten aber, dass auch in der Mensa mehr Plätze nötig sind, weil eben mehr Kinder nach der Schule hungrig sein werden. Nach einigen Diskussionen hat der Gemeinderat beschlossen, dass die Grundschüler bald im Nebenraum der Gemeinschaftshalle zu Mittag essen. Hierfür erhält die Halle einen Anbau. Dafür gibt die Gemeinde etwa 610 000 Euro aus. Nach den Sommerferien beginnen die Umbauarbeiten, bis nächsten März sollen sie beendet sein.