U19-Fußball vom feinsten sahen die Zuschauer im Sindelfinger Glaspalast am ersten Tag des Mercedes-Benz Junior-Cups. Überraschungen blieben nicht aus, manches Team präsentierte sich stark, andere enttäuschten auf ganzer Linie.
Pünktlich um 12.30 Uhr rollte der Fußball beim 33. Junior Cup im ausverkauften Sindelfinger Glaspalast. Nach der Eröffnung durch Cacau als Schirmherr des Turniers folgte sportlich gleich in der Eröffnungspartie der Gruppe A der erste Paukenschlag.
Im schwäbischen Derby zwischen Titelverteidiger VfB Stuttgart und dem 1. FC Heidenheim hatte Kenny Freßle mit einem Kopfball zwar die erste Torchance für die Roten, der erste Treffer des Turniers gelang auf der Gegenseite aber Tobias Weigel. Im Anschluss legten die Ostälbler nach, Florent Aliqki, Luigi Miguano und Alessio Gusciglio erhöhten sogar auf 4:0. Erst als der Gegner einen sechsten Feldspieler einwechselte und mit fliegendem Torhüter spielte, gelang durch Dorian Migalic der Ehrentreffer. „Wir wollten besser ins Turnier starten als voriges Jahr“ freute sich FCH-Co-Trainer Marc Schnatterer. Er musste aber auch erklären, warum seine Mannschaft zum Turnierstart keinen passenden Trikotsatz zur Verfügung hatte und deshalb in Aufwärmshirts auflief, auf die provisorisch mit Klebeband die Rückennummern geklebt waren: „Wir müssen uns für die Organisation entschuldigen, aber das wird im zweiten Spiel anders aussehen. Das Ergebnis sollte aber im Vordergrund stehen“, meinte er mit einem Augenzwinkern.
Gespannt waren die Zuschauer im Anschluss auf den ersten Auftritt des Debütanten FC Sao Paulo, der auf ungewohntem Terrain mit einem Pass über die Bande gegen Servette Genf schnell das 0:1 kassierte. Ihre technischen Fähigkeiten ließen die Brasilianer öfters aufblitzen, waren auch die bessere Mannschaft und kamen so verdient zum 1:1 Ausgleichstreffer. Allerdings leistete sich Schlussmann ein Foul im Strafraum, kassierte dabei die erste 2-Minuten-Strafe des Turniers und seine Truppe mit dem folgenden Zehnmeter das entscheidende 1:2.
Etwas unglücklich agierten die Südamerikaner auch im zweiten Gruppenspiel, als sie ihre Führung noch verspielten und gegen den 1. FC Heidenheim mit 3:4 verloren. Ins Rollen kam nach der Auftaktpleite dagegen der VfB Stuttgart, der durch Treffer von Tuncay Durna (2), Deli Hajdini, Lauri Penna, Yanik Spalt und Antonijo Janjic mit 6:1 gegen Servette Genf gewann. „Die Ohrfeige aus dem ersten Spiel hat es wohl gebraucht“, so Trainer Nico Willig lachend. „Wir haben jetzt mehr geschossen und einfach auch mehr Gas gegeben.“
Das galt auch für Spiel Nummer drei. Nach dem ersten Erfolg ließen die Jungs aus Cannstatt Sieg Nummer zwei folgen und brachten so dem FC Sao Paulo gleichzeitig die dritte Niederlage bei. Nach dem 2:0 durch Kenny Freßle und Matheos Tsigkas kamen die Brasilianer zwar zum Ausgleich, verpassten bei einem vergebenen Zehnmeter aber die Führung. So brachten Matheos Tsigkas und Yanik Spalt den VfB mit 4:2 in Front, der 4:3-Anschlusstreffer änderte nichts mehr.
Dagegen musste der 1. FC Heidenheim in seinem dritten Spiel die ersten Punkte abgeben, denn beim 3:3 gegen Servette Genf reichte es nur zu einem Remis. Trotzdem zog die Mannschaft von Marc Schnatterer als Gruppensieger der Gruppe A in die Zwischenrunde ein.
In Gruppe B startete der FC Bayern München mit einem 3:1 gegen Borussia Mönchengladbach, im folgenden britischen Duell behielten die Glasgow Rangers mit 2:1 die Oberhand über Manchester United. Die Schotten gewannen ohne zu brillieren auch gleich ihr zweites Spiel gegen die Elf vom Niederrhein, und auch der FCB hatte nach dem 2:1 gegen ManU die optimale Punkteausbeute von sechs Zählern bis dahin.
Die Engländer blieben dagegen die Enttäuschung des Tages, denn auch das dritte Duell ging mit 1:2 gegen Borussia Mönchengladbach verloren. So blieb Manchester am ersten Tag des Junior-Cups genau wie der FC Sao Paulo in Gruppe A ohne Punktgewinn. Den Gruppensieg holte sich im direkten Duell der beiden 6-Punkte-Teams der FC Bayern, der gegen die Rangers deutlich mit 6:1 gewann.
Überraschungen dann in den beiden ersten Zwischenrundenspielen, als jeweils die Gruppendritten überkreuz die beiden Gruppenersten bezwangen. Der bis dahin so stark spielende 1. FC Heidenheim verlor gegen Mönchengladbach mit 0:3. Und im letzten Spiel des ersten Turniertages kassierte auch München seine erste Niederlage, denn beim 1:2 gegen Servette Genf kam der Anschlusstreffer Sekunden vor Schluss zu spät.
So ist am Finalsonntag alles offen. Dieser wird um 12 Uhr mit der Partie Glasgow Rangers gegen den FC Sao Paulo eröffnet.