Kapitän Cesar Azpilicueta (re.) und Antonio Rüdiger feiern den Gewinn der Champions League mit dem FC Chelsea. Foto: imago/Nick Potts

Spitznamen gibt es nicht nur Fußball, sondern überall im gesellschaftlichen Miteinander. Manche dieser Namen sind wenig einfallsreich, manche erklärungsbedürftig und im Fall von Cesar Azpilicueta absolut notwendig.

Stuttgart - Wenn einer Timotheus heißt, wird daraus schnell ein Tim und aus Maximilian Max oder aus einer Franziska die Franzi – die Verkürzung ist die einfachste Form von Spitznamen. Zugegeben, sie ist wenig originell, was wir mit Joachim Löw (Jogi), Jonas Hofmann (Hoffi), Joshua Kimmich (Jo) und Robin Gosens (Gosi) belegen können. Aber es gibt Spitznamen, die ein bisschen tiefer blicken lassen wie „Bambi“ für Nationalspieler Jamal Musiala (18), der von Kollege Leroy Sané wegen seiner Jugend nach dem zarten Rehkitz getauft wurde.

Kevin Volland ist seit der Jugend „Ente“ und vermutet, es lag an dem Laufstil und dem dicken Hintern. Es gibt eben Namen, die einer Erklärung bedürfen. Manche können ohne Hilfestellung massiv missverstanden werden, wie im Fall von Torsten Frings. Der Ex-Nationalspieler war „Lutscher“, so nannte Routinier Andreas Herzog ihn bei Werder Bremen, weil er in Frings einen vorlauten Jungspund sah. Andere sind brachial, was sich bei Harry Maguire manifestiert, der „Slabhead“ (Quadratschädel) heißt, was unterstreicht, dass Briten nicht zimperlich sind. Siehe Wayne Rooney alias „Shrek“. Der Bayer Thomas Müller ist als „Radio Müller“ bekannt, weil er permanent auf Sendung ist. Der Pole Robert Lewandowski wird „The Body“ genannt, was Körperkultler Cristiano Ronaldo („CR7“) von Titelverteidiger Portugal ärgern dürfte. Schließlich gibt es Spitznamen für Leute, deren Name so sperrig ist wie Australopithecus africanus. Señor Cesar Azpilicueta heißt bei seinen Kollegen des FC Chelsea nur Dave. Ob er wirklich noch reagiert, wenn ihn seine spanischen Mitspieler bei der EM mit dem richtigen Namen ansprechen?

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