So könnte es in Zukunft aussehen: Die Bezirke Böblingen und Calw sollen aufgespalten und dem Stuttgarter Raum sowie Nördlichen Schwarzwald zugeteilt werden. Foto: WFV

Die Vertreter des Bezirks Böblingen/Calw wollen die Strukturreform und die Aufspaltung ihres Bezirks keinesfalls kampflos hinnehmen.

Kreis Böblingen - Beim Bezirkstag wurden neben der Verabschiedung von Richard Armbruster, Helmut Dolderer, Petra Ille-Blüthner und Erich Frey wichtige Dinge geregelt. Es geht um nichts weniger als die Zukunft des Fußballbezirks Böblingen/Calw. Zudem wurde auch ein Nachfolger für den Vorsitzenden gewählt.

Der neue Vorsitzende Als Nachfolger für Richard Armbruster, der sein Amt als Bezirksvorsitzender nach 21 Jahren niederlegt, wurde Roland Ungericht aus Rotfelden gewählt. Der 57-Jährige war bisher Bezirksjugendleiter und bekam bei drei Enthaltungen 161 Stimmen. Als neuer Bezirksstaffelleiter wurde Rainer Winkler aus Unterjettingen mit 164 Ja-Stimmen bei drei Enthaltungen gewählt. Das Bezirkssportgericht leitet weiter Reinhold Lange (161 Stimmen/drei Enthaltungen). Siegfrid Lux (159/3) und Achim Gack (164) wurden in ihren Ämtern als Bezirksjugendleiter sowie Schiedsrichterobmann bestätigt. Es gaben jeweils knapp 85 Vereinsvertreter ihre Stimmen ab.

Lesen Sie hier (mit Abo): Wie Richard Armbruster vor 21 Jahren Vorsitzender des Bezirks wurde und wie er diesen geprägt hat.

Die Strukturreform Die Entscheidung, ob das Modell 1-4-12, eine Verbandsliga, vier Landesligen und zwölf Bezirksligen, kommt oder nicht, wird nicht beim diesjährigen Verbandstag fallen. Dieser findet am 24. Juli ebenfalls nur virtuell statt. „In Anbetracht der Wichtigkeit dieser Entscheidung, hält es der WFV-Beirat für zwingen notwendig, darüber in Präsenz zu entscheiden“, erklärte Matthias Schöck, der Präsident des Württembergischen Fußballverbands. Deshalb soll im ersten Halbjahr 2022 ein außerordentlicher Verbandstag stattfinden.

Die Strukturreform sähe vor, dass der Bezirk Böblingen/Calw getrennt wird. Die Böblinger Vereine würden dem Stuttgarter Bezirk zugeordnet, die Calwer dem Nördlichen Schwarzwald. „Dieser Vorschlag ist aus meiner Sicht nicht akzeptabel“, betonte der scheidenden Bezirksspielleiter Helmut Dolderer. Es könne nicht sein, dass ein gesunder Bezirk gespalten wird, um damit kränkelnde Bezirke zu retten. Ohnehin halte er das Modell 1-4-12 nicht für das richtige System. „Da hätte man auch einfach die vier Bezirke, die auf Sicht nicht mehr wettbewerbsfähig sind, nehmen und auf die angrenzenden Bezirke aufteilen können.“ Er hätte die Variante 1-3-9 bevorzugt. „Mir fehlt jedes Verständnis dafür, dass ein Team aus Böblingen möglicherweise unter der Woche zu einem Landesligaspiel in den Raum Aalen fahren muss. Wer bezahlt den Spielern dann einen halben Urlaubstag.“

Auch Richard Armbruster „wurmt es gewaltig, dass unser Bezirk auseinandergerissen werden soll“. Der Bezirk stehe gut da, was auch Schöck bestätigte. „Vor 56 Jahren wurde der Bezirk gegründet. Anfangs wurde er kritisch beäugt, inzwischen ist er jedoch zu einer tollen Einheit zusammengewachsen.“ Das solle auch so bleiben.

Beim außerordentlichen Verbandstag haben die Delegierten das letzte Wort, wie es mit der Verbandsstruktur weitergeht. Der Bezirk Böblingen/Calw hat am Samstag 13 davon gewählt. „Zu meinem Bedauern haben wir durch den Wegfall zahlreicher Mitglieder eine Stimme bei der Delegiertenversammlung verloren“, sagte Armbruster. Sollte die Strukturreform kommen, kündigte Schöck einen weichen Übergang von etwa drei Jahren an.

Ehrungen Die Vereinsehrenamtspreise gehen in diesem Jahr an den VfL Oberjettingen, SV Deckenpfronn und TSV Kuppingen. „Die Preise sollen übergeben werden, sobald dies wieder möglich ist“, betonte Richard Armbruster. Eine virtuelle Preisverleihung lehnte er ab. Das gleiche gilt für die zahlreichen Auszeichnungen für Personen. So erhält zum Beispiel Gabi Walter, die Vertreterin für Frauen- und Mädchensport, von der SpVgg Berneck-Zwerenberg die Verdienstnadel des Deutschen Fußballbundes.

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