Lukas Boy (in Blau am Ball) und der TSV Kuppingen führten zwar, standen am Ende aber auf verlorenem Posten. Foto: Stefanie Schlecht

Kurz vor der Pause führte der TSV Kuppingen im Finale des Fußball-Bezirkspokals Stuttgart/Böblingen. Der Ausgleich des TSV Jahn Büsnau war aber der Anfang vom Ende bei der 1:4-Pleite.

Der TSV Kuppingen hat das Finale im Fußball-Bezirkspokal Stuttgart/Böblingen mit 1:4 gegen den TSV Jahn Büsnau verloren. „Unter dem Strich waren die einen Tick besser“, räumte Trainer Besnik Gllogjani ein. „Was mich ärgert: Bei drei von vier Gegentoren gingen individuelle Fehler von uns voraus.“ Trotzdem sprach er ein Kompliment an seine Truppe aus: „Vor der Saison hätte doch keiner gedacht, dass wir im Endspiel stehen würden.“

Der Rahmen passte: Das Team aus dem Stuttgarter Stadtteil hatte sich spezielle Trikots anfertigen lassen, den Gäu-Klub unterstützten etwa 500 ganz in Blau gekleidete Fans, die theoretisch auch hätten herlaufen können, schließlich fand die Partie im Herrenberger Volksbankstadion statt.

Blaue Wand: Die Fans des TSV Kuppingen machten mächtig Dampf. Foto: Stefanie Schlecht

Wie erwartet versuchte der Tabellenführer der Kreisliga A, Staffel II, das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen, kam über vielversprechende Ansätze aber nicht hinaus. Das Team aus Staffel III wiederum ließ sich nicht ins Bockshorn jagen, wodurch das Geschehen wie ein Abtasten wirkte. Der gegenseitige Respekt war vorhanden, beide Mannschaften wollten nichts falsch machen, das meiste spielte sich im Mittelfeld ab, – mit vielen Fouls und wenigen Finessen.

Die erste Chance verbuchten die Büsnauer, als Anton Kastler nach einer Ecke zum Kopfball kam. Alleinunterhalter im Sturm der Kuppinger war Andreas Poser, der mit einem kleinen Geniestreich das 1:0 markierte. Vom rechten Strafraumeck aus hielt er einfach mal drauf, und das Ding zappelte im Winkel. Um ein Haar hätte sich der inzwischen 38-Jährige kurz darauf früh zum Matchwinner küren können, als er die auf der Grundlinie eroberten Kugel aus spitzem Winkel tatsächlich aufs Gehäuse brachte, ehe Kastler in der Mitte rettete. „Ein zweiter Treffer von uns wäre der Game Changer gewesen“, wusste Gllogjani, dass dies definitiv ein Knackpunkt war.

Auch mit 38 noch torgefährlich wie eh und je: Andreas Poser (li.) sorgte für die Kuppinger Führung. Foto: Stefanie Schlecht

Quasi mit dem Pausenpfiff fabrizierte der Kontrahent seinen ersten gelungenen Angriff, der prompt zum Ausgleich führte. Noah Azizu Anaba setzte drei Gegenspieler schachmatt, die das Leder lieber Richtung Würstlebude hätten hauen sollen. So aber konnte der Ex-Böblinger Cedric Hornung vom Elferpunkt aus das 1:1 markieren. „Zu einem blöden Zeitpunkt“, identifizierte Gllogjani hier den zweiten Knackpunkt.

Wie sich herausstellen sollte, war das nämlich der Anfang vom Ende. Denn kurz nach Wiederanpfiff rollte ein Konter über Japhet Manuschewski, und Hornung musste nur noch zum 1:2 einschieben. Sekunden später stand es 1:3. Erneut ging es bei Büsnau, das jetzt mehr Leben, Zuversicht sowie Selbstvertrauen versprühte und mit gelösten Bremsen auftrat, über Anaba auf der linken Seite. Der Rettungsversuch des eben erst für Kuppingen eingewechselten Chris Marco Brunner landete im eigenen Netz.

Dieser Schock saß tief bei der nun vorentscheidend zurückliegenden Truppe. Sie brauchte lang, um sich zu erholen, offensiv ging wenig bis gar nichts. Bezeichnenderweise war es eine Einzelaktion, die neue Hoffnung hätte bringen können. Nico Neuffer schüttelte zwei Rivalen ab, scheiterte jedoch an der Fußabwehr von Schlussmann Simon Hochschein. Stattdessen gab es den endgültigen Knock-out. Bei einem Gegenstoß ließ Bundesliga-Schiedsrichter Tobias Reichel vom GSV Maichingen Vorteil laufen, im zweiten Anlauf traf der zunächst abgeblockte Sebastian Tim Lenhardt zum 1:4.

TSV Kuppingen: Dargel, Sic, Schwanke, Kramer, Humm, Störzinger, Prokein, Poser, Boy, Neuffer, Kudler; Bank: Reinhardt, Barthel, Brunner, Holzner, Nüßle, Dillenseger, Seidel, Anke.

Tore: 1:0 (32.) Poser, 1:1 (44.) Hornung, 1:2 (48.) Hornung, 1:3 (49. Eigentor) Brunner, 1:4 (70.) Lenhardt.

Zuschauer: 800.