In der Fußball-Bezirksliga Stuttgart/Böblingen ist der direkte Klassenerhalt des Türk SV Herrenberg nicht mehr möglich. Oben in der Tabelle flattern der SpVgg Holzgerlingen die Nerven.
„Wir haben uns selbst zu großen Druck gemacht“, erkannte Coach Bernd Gluiber von der SpVgg Holzgerlingen nach dem 3:3 bei Absteiger TSV Rohr. In der Fußball-Bezirksliga Stuttgart/Böblingen ist dennoch weiterhin Rang zwei drin. Dafür muss nun eben am letzten Spieltag ein Sieg gegen die SpVgg Cannstatt her.
TSV Rohr – SpVgg Holzgerlingen 3:3 (1:1): Sefa Yilmaz (6.) schoss das 0:1, doch postwendend markierte Thomas Leimbach (10.) aus abseitsverdächtiger Position das 1:1. Mit neuer Ordnung nach der Pause plante Hotze, das Nervenflattern in den Griff zu kriegen, doch Giampiero Lapeschi (54.) und Miguel Accardi (57.) stellten auf 3:1. „Wir haben dann alles oder nichts gespielt“, berichtete SpVgg-Trainer Bernd Gluiber. Der eingewechselte Max Horn (68., 72.) sorgte für den Ausgleich. „Der Gegner war danach stehend k.o.“, nickte Gluiber, aus dessen Elf Christopher Hatt (90.+4) Gelb-Rot bekam. „Aber bei uns merkst du langsam auch die fehlenden Körner.“
VfL Herrenberg – SV Bonlanden 3:1 (2:0): Dass der Gäu-Klub noch nicht durch war, merkte man an der Anspannung vor dem Anpfiff. „Wir konnten das aber schnell ins Positive ummünzen“, freute sich Trainer Daniel Wahnsiedler. Daniel Atis (2., 44.) zeichnete für eine beruhigende 2:0-Führung verantwortlich, Steven Franguere (55.) besorgte die Vorentscheidung. Tom Egeler oder Mika Kirn hätten ebenfalls treffen können, stattdessen fiel das 3:1 durch einen Foulelfmeter von Agonis Berisha (88.).
VfL Oberjettingen – TSVgg Münster 2:2 (1:0): „Das war spitz auf Knopf“, pustete VfL-Abteilungsleiter Marcus Ruß durch. „Uns hat genau dieser eine Punkt zum Klassenerhalt gefehlt.“ Nico Flister (20.) brachte die durch Konter gefährlichen Platzherren in Front, Fabian Seeger (59.) erhöhte. „Der Gegner hat alles probiert“, musste der Fußballchef nach einem von Daniel Weiß (69.) verwandelten Elfer und dem Ausgleich von Bernhard Kreis (87.) noch einmal zittern.
SpVgg Cannstatt – SV Deckenpfronn 2:2 (1:1): Zweimal schlug der SVD in der jeweiligen Nachspielzeit zu. Vor der Pause sorgte Timo Schwarz (45.+2) mit einem direkten Freistoß für das 1:1, nachdem Kijan Krijestorac (16.) das 1:0 für die Gastgeber erzielt hatte, vor dem Schlusspfiff nickte Alex Wetsch (90.+3) eine Flanke ein und egalisierte somit das 2:1 durch Robin Jordan (55.). „Wir haben nie aufgegeben und alles nach vorne geworfen“, sah Trainer Alex Thies ein leistungsgerechtes Remis zweier Teams auf Augenhöhe. „Aufgrund der Chancen waren wir sogar näher dran am Sieg.“
TSV Musberg – Türk SV Herrenberg 2:2 (1:1): Mit diesem Resultat ist es fix, dass die Herrenberger in die Relegation müssen. „Wenn man so einen Schiri hat wie heute, wäre mir der direkte Abstieg lieber“, ärgerte sich Coach Gaetano Intemperante über die Einteilung eines griechischen Referees zur Partie eines türkischen Vereins. „Lob an meine Mannschaft, dass sie sich auf dem Platz zusammengerissen hat.“ Nach dem 0:1 durch Oguz Yüksel (9.) gelang Lukas Zug (31.) das 1:1. „Klar Abseits“, schimpfte Intemperante. Noak Lukic (66.) sorgte mit dem 1:2 für die erneute Gästeführung, doch per Foulelfmeter schaffte Julien Kappeler (83.) das 2:2. „Davor wird eigentlich unser Spieler von hinten umgerissen, nicht umgekehrt“, kritisierte der Übungsleiter den Pfiff. „So geht der Fußball kaputt.“ Zu allem Überfluss sah Oktay Yaprak (90.) die Ampelkarte.
SV Oberjesingen – TSVgg Plattenhardt 1:7 (0:1): Vor allem in der zweiten Halbzeit hat der Absteiger vom Meister eins auf den Deckel bekommen. „Wir hatten von Anfang an die Kontrolle“, konnte es sich Gästetrainer Slobodan Markovic erlauben, ein paar Ersatzakteuren vermehrte Einsatzzeiten zu geben. „In der zweiten Halbzeit war sogar noch mehr Zug drin.“ Speziell Fünferpacker Aristidis Perhanidis (36., 50., 54., 64., 73.) bekam die chancenlose Truppe aus dem Gäu, für die Nick Röhm (58.) zwischenzeitlich auf 1:3 verkürzte, nie in den Griff. Für die Gäste trafen zudem Dario Blazek (66.) und Mark Hörz (83.). „Man hat definitiv einen Klassenunterschied bemerkt“, nickte Markovic.