Klimaaktivistin Luisa Neubauer. Foto: Marcus Brandt/dpa Foto: dpa

Selbst die Hochwasserkatastrophe habe nicht ausgereicht, der Politik die Augen zu öffnen, beklagt Fridays for Future. Gefordert seien nun konkrete Taten, fordert die Klima-Aktivistin Luisa Neubauer.

Hamburg - Die Klimabewegung Fridays for Future hat der deutschen Politik mit Blick auf die Hochwasserkatastrophe eine anhaltende Ignoranz in der Klimapolitik vorgeworfen.

"Die Klimakrise ist hier, es ist unübersehbar", sagte die führende deutsche Klima-Aktivistin Luisa Neubauer am Freitag in Hamburg kurz vor einer geplanten Demo. Die Politikerinnen und Politiker würden in dem Zusammenhang derzeit zwar Ankündigungen machen, was alles besser gemacht werden sollte. "Wir sehen aber eben auch, dass diese Ankündigungen oftmals genau dann in Luft aufgelöst werden, wenn es darum ginge, sie in Taten umzusetzen", sagte Neubauer der Deutschen Presse-Agentur. Fridays for Future messe die Politik jedoch nicht an ihren Worten, sondern an ihren Taten. "Und da sehen wir, dass diese Regierung offensichtlich nicht willens ist, diese Klimakatastrophe anzunehmen."

Gerade jetzt müsse die deutsche Klimapolitik ganz neu hinterfragt werden, sagte Neubauer weiter. "1,5-Grad-Politik sieht anders aus. Sie ist möglich und dafür kämpfen wir." Dazu müsse sich die Politik gegen neue fossile Projekte und neue Gaspipelines entscheiden, einen schnellen Kohleausstieg und einen gerechten, die Kosten abbildenden CO2-Preis.

Am Nachmittag wollte die Klimabewegung unter dem Motto "Die Klimakrise ist hier!" in Hamburg mit rund 500 Teilnehmern vom Heiligengeistfeld über die Reeperbahn bis zum Fischmarkt ziehen. Während der Solidaritätskundgebung sollte auch der mehr als 170 Opfer der Fluten gedacht und Geld gesammelt werden. Die Proteste und Kundgebungen waren am Freitag bundesweit geplant.

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