Die Wrackteile der Maschine hatten sich zum Teil tief in den Waldboden gebohrt. Foto: SDMG/SDMG / Boehmler

Zu dem Flugzeugabsturz am Samstag in Steinenbronn hat die Polizei jetzt weitere Informationen veröffentlicht. Unter anderem scheint die Identität der Opfer geklärt. Offenbar gab es einen zuvor abgebrochenen Startversuch. Ermittler hoffen auf Videoaufnahmen von Augenzeugen.

Steinenbronn - Die Polizei hat am Montagvormittag neue und ausführliche Informationen zu dem Flugzeugabsturz veröffentlich, der sich am Samstag bei Steinenbronn ereignet hat.

Dem bisherigen Ermittlungsstand nach handelte es sich bei dem abgestürzten Flugzeug um eine Privatmaschine vom Typ „Piper“. Die „Piper“, die mit drei Personen besetzt war, startete laut Polizeibericht am Samstag gegen 9.40 Uhr vom Flughafen Stuttgart in Richtung Westen mit dem Ziel Nienburg in der Nähe von Magdeburg. Wie die Polizei berichtet, war zuvor gegen 9.25 Uhr ein Startversuch aus bislang nicht geklärter Ursache abgebrochen worden.

Kurz nach dem Start vom Radar verschwunden

Kurz nach dem Start meldeten mehrere Zeugen einen vermutlichen Flugzeugabsturz in der Nähe von Steinenbronn im Landkreis Böblingen, den sie anhand von auffälligen Motor- und Aufprallgeräuschen wahrgenommen hatten. Im weiteren Verlauf der polizeilichen Abklärungen stellte sich heraus, dass eine Maschine bei Stuttgart vom Radar verschwunden war.

Die Besatzung eines Polizeihubschraubers konnte zunächst im Bereich der vermuteten Absturzstelle aufgrund des dichten Bewuchses nichts erkennen. Im Rahmen der Suchmaßnahmen, die von zahlreichen Einsatzkräften der Polizeipräsidien Reutlingen und Ludwigsburg durchgeführt wurden, lokalisierten Polizeibeamte gegen 10.20 Uhr den Absturzort am Boden, sowie Trümmer- und Leichenteile.

Absturzstelle liegt in dicht bewaldetem Gebiet

Die Absturzstelle befindet sich im Gewann „Hohewart“ bei Steinenbronn. Es handelte sich hierbei um ein dicht bewaldetes Gebiet und die Örtlichkeit war für die Einsatzkräfte der Polizei, der Feuerwehr und des Rettungsdienstes teilweise nur schwer zugänglich.

Die Polizei sperrte die Unglücksstelle weiträumig ab und zog zur weiteren Aufklärung des Flugzeugabsturzes die Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU) hinzu. Ein Vorauskommando begab sich gegen Mittag gemeinsam mit den Ermittlern der Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg und Spezialisten der Spurensicherung zur Absturzstelle.

Zwei Leichen wurden am Samstag geborgen

Noch am Samstag erfolgte mit Unterstützung des Technischen Hilfswerk (THW) die Bergung von zwei Leichen. Die Arbeiten wurden aufgrund der einbrechenden Dunkelheit gegen 22 Uhr unterbrochen. Die Polizei sicherte in der Nacht die Einsatzstelle ab und barg am Sonntag gemeinsam mit dem THW eine dritte Leiche und das Flugzeugwrack. Die Wrackteile wurden für weitere Untersuchungen der BFU in einer Halle beim Institut für Fortbildung der Polizei in Böblingen untergebracht.

Bei den Verunglückten handelt es sich nach Polizeiangaben mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen 62-Jährigen aus Ludwigsburg, der das Flugzeug mutmaßlich geflogen hat, sowie um ein Ehepaar aus Kirchheim unter Teck im Alter von 73 und 65 Jahren. Die Obduktion des 62-Jährigen und des 73-Jährigen ist für die kommenden Tage geplant. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat einen Gutachter mit der Untersuchung der Unglücksursache beauftragt.

Polizei bittet um Zeugenhinweise

Im Verlauf des Wochenendes waren neben Vertretern der Gemeinde Steinenbronn und des Landkreises Böblingen über 170 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Waldenbuch und Steinenbronn, des THW, des DRK, Rettungsdienst und Notarzt, Notfallseelsorger, BFU sowie sämtliche verfügbaren Kräfte der Polizeipräsidien Reutlingen und Ludwigsburg eingesetzt.

Die Ermittler der Kriminalpolizei bitten weitere Zeugen, die den Flugzeugabsturz beobachtet haben, sich unter der zentralen Hinweisnummer (0800) 1100225 zu melden. In diesem Zusammenhang sind insbesondere auch eventuell vorhandene Videoaufnahmen von Smartphones, Überwachungskameras oder ähnliches von Interesse.

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