Ein Wassersack mit 20 000 Litern dämpfte die Explosion. Foto: red/Feuerwehr Stuttgart

Bei der kontrollierten Sprengung eines Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg sind nahe dem Fernsehturm am Sonntag vier Autos von herabfallenden Splittern beschädigt worden. Auch an einer Tennishalle entstand ein Schaden.

Ein evakuierter Sicherheitsbereich um eine Fundstelle von Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg ist wichtig. Das zeigen Schäden, die bei einer kontrollierten Sprengung am vergangenen Wochenende entstanden sind. Ein Schrapnell von der bei Degerloch im Wald liegenden Bombe flog fast bis an den Rand des gesperrten Bereichs. Bislang sind Schäden an Autos und am Dach einer Tennishalle entdeckt worden.

Vier Autos im abgesperrten Bereich werden beschädigt

„Vier Autos haben etwas abbekommen“, teilt eine Sprecherin der Polizei auf Anfrage mit. Die Fahrzeuge standen am Georgiiweg, der im gesperrten Bereich lag. Unklar ist, ob sie da schon länger standen – oder ob die Besitzer sie dort stehen ließen, obwohl sie selbst am Sonntagmorgen auf der Waldau von der Absperrung des Sicherheitsbereiches erfuhren, ist nicht bekannt. Auch zur Schadenshöhe kann die Polizei keine Angaben machen.

Ein Loch im Boden der Tennishalle Foto: red/TUS

Schon am Montag war ein Schaden an einer Tennishalle des TUS Stuttgart bekannt geworden. Das Gebäude steht an einem Verbindungsweg vom Keßlerweg zum Gazi-Stadion. Dort war ein Schrapnell durch das Dach gekracht und hatte auch ein Loch in den Belag des Tennisplatzes gerissen. Der Schaden sei inzwischen behoben.

Der Blindgänger, eine englische 500-Pfund-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg, sollte am Sonntag ursprünglich entschärft werden. Da aber ein Teil sich verklemmt hatte, war das zu gefährlich. Daher entschieden sich die Feuerwerkerin und die Feuerwerker, die Bombe nach der Freilegung wieder mit Erde zuzuschütten und zu sprengen. Das klappte erst beim zweiten Versuch.

Auf den Stadtbahngleisen, die in den Stuttgarter Osten führen, landete Dreck von der Sprengung. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Zusätzlich zum Erdreich wurde noch ein Wassersack mit rund 20 000 Litern auf die Fundstelle gelegt. Dieser diente ebenfalls die Detonation dämpfen. Trotzdem flogen die Splitter mehrere Hundert Meter weit. Der abgesperrte Bereich hatte einen Radius von 600 Metern um die Bombe. Das Schrapnell, das durch das Tennishallendach schlug, flog 580 Meter weit – also fast bis an den Rand des evakuierten Bereichs.