Training unter Corona-Auflagen: Anders als auf dem Foto darf an den Stationen die Maske abgenommen werden. Foto: Weiss/Eibner

Am Dienstag dürfen die Fitnessstudios im Kreis Böblingen wieder öffnen. Diese Regeln gilt es dabei zu beachten.

Kreis Böblingen - Am Dienstag dürfen im Kreis Böblingen die Fitnessstudios wieder öffnen. Dann tritt die sogenannte Öffnungsstufe 2 in Kraft. Bisher gilt die Landesverordnung vom 14. Mai und damit Zugang nur unter der Voraussetzung der drei G: geimpft, genesen, getestet. Laut Verordnung darf sich pro 20 Quadratmeter Fläche eine Person in den Räumlichkeiten aufhalten. Auf den Wegen muss eine Maske getragen, die darf an den Stationen jedoch abgenommen werden. Schon bald könnten weitere Öffnungsschritte folgen. Ein Überblick über die Fitnessstudios im Kreis:

Sportwelt VfL Sindelfingen
Die Aufregung beim VfL Sindelfingen ist doppelt groß. Zum einen, weil ab Dienstag wieder regulär trainiert werden darf. Zum anderen, weil die neue Sportwelt endlich eingeweiht wird. „Die Vorfreude ist groß“, sagt Studioleiter Andreas Hagedorn. „Unsere Mitglieder werden große Augen machen, sie werden das runderneuerte Studio kaum wiedererkennen.“ Die große Eröffnungsfeier muss allerdings noch ein wenig warten. „Wir haben einen Termin im Kopf.“ Hängt aber alles von den weiteren Entwicklungen der Inzidenzzahlen ab. Bis Dienstag gilt es nun, alles auf Vordermann zu bringen, auch die Mitarbeiter noch einmal zu briefen. Nach dem letzten Lockdown arbeiteten die Sindelfinger noch mit einem Buchungssystem. Einen Termin zu machen, um trainieren zu kommen, ist dieses Mal jedoch nicht mehr nötig. „Wir haben durch den Anbau doppelt so viel Platz, das sollte kein Problem sein“, sagt Hagedorn, dass sie trotz der 20-Quadratmeter-Regel nicht an die Kapazitätsgrenzen stoßen sollten. Lediglich Kurse müssen vorab gebucht werden. Zudem wird den Mitgliedern auf dem Parkplatz ein Corona-Schnelltest angeboten. „Uns ist wichtig, es unseren Kunden so komfortabel wie möglich zu machen.“

Lesen Sie hier: Wie sich die SV Böblingen auf die Öffnung des Paladion vorbereitet.

VfL-Center in Herrenberg Bereits seit letzter Woche bietet der VfL Herrenberg seinen Mitgliedern wieder Outdoor-Kurse an. Mit dem zweiten Öffnungsschritt wird auch das VfL-Center wieder seine Türen öffnen. Der Aufenthalt im Studio ist auf 30 Personen limitiert. Auf der Homepage kann über einen Liveticker verfolgt werden, wie das Center aktuell ausgelastet ist. „So kann jeder schauen, ob es für ihn persönlich ausreichend Platz gibt, bevor er kommt“, erklärt Studio-Leiter Chris Ansel. Auch Indoor-Kurse wird es ab nächster Woche wieder geben. Das Outdoor-Angebot werde jedoch gut angenommen und soll parallel weiterlaufen. „Auch um möglichst vielen Menschen ein Training zu ermöglichen.“

Gym 24 Die Studios im Landkreis Böblingen öffnen planmäßig am Dienstag, das im Landkreis Calw muss wegen der dortigen Inzidenzzahl noch ein wenig warten. Für den Studiobesuch bietet Gym24 vor Ort einen kostenlosen Selbsttest an. Wer nachweislich geimpft oder genesen ist, kann dies in seiner elektronischen Kundendatei hinterlegen, um sich nicht jedes Mal aufs Neue ausweisen zu müssen. „Natürlich alles datenschutzkonform“, betont Simon Pischel von Gym 24. Kritik übt er vor allem an der Kommunikation der Behörden. Zuerst gab es keinen genauen Öffnungstermin, nun fehlen die Infos, was ab Dienstag überhaupt erlaubt ist. Sauna, Duschen, Umkleiden, Testpflicht? Eine klare Verordnung zum neuen Öffnungsschritt gibt es nicht. „Wir setzen das um, was gemacht werden muss, das ist ja keine Frage“, sagt er, „es wäre allerdings schön gewesen, dann wenigstens frühzeitig zu erfahren, was das ist, damit wir es an unsere Mitglieder kommunizieren können.“ So bleibt nur der Hinweis, „dass kurzfristige Änderungen möglich sind“.

Fitness Express Am Dienstag um 6 Uhr soll es in den Studios in Renningen, Sindelfingen und Böblingen losgehen. „Wir gehen davon aus, dass die Verordnung vom 14. Mai gilt“, sagt Marvin Fräßdorf von der betreibenden Familie. Das heißt, „dass wir Umkleiden und Duschen öffnen dürften“. Bei Fitness Express wurden die Mitarbeiter geschult, Tests durchzuführen und zu bescheinigen. Die Mitglieder können dafür ihre eigenen unbenutzten Tests mitbringen oder vor Ort welche für drei Euro erwerben. „Daran wollen wir nichts verdienen. Diese drei Euro pro Test spenden wir dann an den Kinderschutzbund.“ Mit dem gültigen Ergebnis könnte man dann an zwei aufeinanderfolgenden Tagen innerhalb der 24 Stunden trainieren gehen. „Bei zwei kostenlosen Tests in der Woche also schon viermal.“

Sieben Monate Pause Die Fitnessbranche gehört nach sieben Monaten, die sie nicht öffnen durfte, zu den großen Verlierern der Coronakrise. „Dass Verträge gekündigt wurden, ist ja kein Geheimnis“, sagt Simon Pischel von Gym 24. Doch unter dem Strich hätten sich diese auf einem konstanten Niveau gehalten. „Wir haben unseren Kunden als Alternative eine Ruhezeit angeboten“, erklärt er. „So gab es für Leute, die auch nach dem Lockdown wieder aktiv werden wollen, keinen Grund zu kündigen.“ Wer weiterhin bezahlt hat, hat die Möglichkeit, den Vertrag um die weggefallenen Monate auszudehnen, eine Rückzahlung anzufordern oder eine Vergütung in anderer Form zum Beispiel durch Gutscheine. „Alles, was bisher bezahlt wurde, wird auch kompensiert“, sagt auch Marvin Fräßdorf von Fitness Express. Das eigentlich größere Problem sei, dass keine Neuverträge abgeschlossen werden konnten – und das vor allem in den sonst starken Monaten Dezember bis März.

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